Schaltjahr! Am 29.02. ist Equal Care Day.

erstellt von Care Revolution Rhein-Main — zuletzt geändert: 2020-02-19T10:50:23+01:00
Care Revolution Rhein-Main und das Evangelische Frauenbegegnungszentrum EVA laden ein zu einem Workshop
  • Wann 29.02.2020 von 11:00 bis 16:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Evangelisches Frauenbegegnungszentrum EVA, Saalgasse 15
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Vier Jahre brauchen Männer um so viel Sorgearbeit zu leisten wie Frauen in einem Jahr. Ohne diese Arbeit würde unsere Gesellschaft zusammenbrechen. Ohne dass Frauen monatelang schwanger sind und Kinder gebären und sie dann – oft genug alleine – großziehen, gäbe es niemanden von uns. Und dann sind ebenfalls meistens sie es, die Kranke, Alte und Menschen mit Behinderung versorgen. Die putzen, waschen, kochen und den privaten Alltag organisieren.

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung erfasst nur den kleineren Teil dieser Arbeit als Wertschöpfung. Nämlich nur den, der gegen Bezahlung verrichtet wird. Nur dieser Teil wird als Beitrag zum Etat betrachtet, aus dem der Staat „umverteilen kann“, damit es gesellschaftlichen Wohlstand gibt: Investitionen in Infrastrukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge, Sozialleistungen, Renten und Pensionen…

Ausgeblendet wird, dass der gesamtgesellschaftliche Wohlstand jedoch noch aus einer ganz anderen Quelle gespeist wird, nämlich der unbezahlten Arbeit. Laut Statistischem Bundesamt übersteigt die unbezahlte Arbeit die bezahlte um 35%!  Ihr Wert, 826 Milliarden Euro, der jedoch nicht in die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung einfließt, übersteigt die Summe der Entgelte für Erwerbsarbeit um 46 Milliarden Euro. Diese 826 Milliarden Euro werden in der Buchhaltung des Staates einfach unterschlagen - weil kein Geld fließt - und stellen somit einen „heimlichen Etat“ dar (Robert Kurz), den die Marktwirtschaft so ausbeutet, wie sie es mit der Umwelt tut: es sind externalisierte Kosten, die andere zu tragen haben, damit Profit (für wenige) abgeschöpft werden kann.

Dass diese Arbeitsteilung in einer kapitalistischen Wirtschaft zu einer wachsenden Ungleichheit beiträgt, besonders zwischen den Geschlechtern, wird schon seit den 1970er Jahren von Feministinnen angeprangert (Hausfrauengewerkschaft, Bielefelder Schule, materialistische Feministinnen).

Nachdem in vielen Ländern Frauenstreik-Bewegungen die unbezahlte Sorgearbeit skandalisieren, ist das jetzt sogar dem Internationalen Währungsfond aufgefallen.

Und der Armutsbericht 2020, den Oxfam wie jedes Jahr kurz vor dem Weltwirtschaftsforum herausgibt, prangert die sexuelle Arbeitsteilung von unbezahlter Arbeit als die wichtigste Ursache für Frauenarmut an.

In Bonn wird aus diesem Anlass zum Schaltjahr eine mehrtägige Konferenz stattfinden mit der Unterstützung von vielen Prominenten.

Aber auch hier in Frankfurt wollen wir uns am 29.02. 2020 mit dieser Thematik befassen.

Eintritt frei.