»Prozess Auschwitz Erinnern«

erstellt von Gallus Theater — zuletzt geändert 2022-01-12T12:47:19+02:00
Film, Lesung und Diskussion zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz
  • Wann 27.01.2022 ab 19:00 Uhr (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Gallus Theater, Kleyerstr. 15
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Die Überlebenden der Vernichtungslager hatten die Bürde des Erlittenen für ihr weiteres Leben zu tragen. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess zwang die ZeugInnen, sich dem Prozess des Erinnerns, des Berichts, der Befragung in öffentlicher Verhandlung auszusetzen. Wir nutzen die Protokolle des Prozesses, konzentrieren uns aber auf die unterschiedlichen Formen des Erinnerns: Erinnern als Rekonstruktion, fragmentierte und zerstörte Erinnerung, abgewehrte, verformte Erinnerung, Bilder ohne Sprache, scheiternder Sprechversuch.

Szenisch werden Positionen im Prozess des Erinnerns, die der Opferzeugen und die der Täter, als unvereinbar gegenüber gestellt, es gibt keinen Dialog, es wird nicht die Form des Gerichtsprozesses gewählt.' (U. Meckler)

Inhaltliche Unterstützung: KunstGesellschaft Frankfurt e.V. / Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim e.V. / Gegen Vergessen - für Demokratie e.V. / Gallus Theater

Vorher liest Edgar M.Böhlke aus „Meine Ortschaft" von Peter Weiss; ein Bericht über einen Besuch in Auschwitz anlässlich des ersten Auschwitzprozesses. Der Text beginnt:
Diese Ortschaft, von der ich seit langem wusste doch die ich erst spät sah, liegt gänzlich für sich. Es ist eine Ortschaft, für die ich bestimmt war und der ich entkam. Ich habe selbst nichts in dieser Ortschaft erfahren. Ich habe keine andere Beziehung zu ihr, als dass mein Name auf den Listen derer stand, die dorthin für immer übersiedeln sollten. 
Zwanzig Jahre danach habe ich diese Ortschaft gesehen.

Ich bin hierher gekommen aus freiem Willen. Ich bin aus keinem Zug geladen worden. Ich bin nicht mit Knüppeln in dieses Gelände getrieben worden. Ich komme zwanzig Jahre zu spät hierher.

Eintritt 8/5 €
Karten vorbestellen: http://www.gallustheater.de/2022/01/prozese.php