Filme: Gebrochene Helden & Besuch beim Feind

erstellt von Naxos-Kino — zuletzt geändert: 2021-09-18T11:37:03+02:00
Zwei Dokumentarfilme über Propagandalügen, Kriegsverbrechen und Umweltverwüstung in den Irakkriegen.
  • Wann 28.09.2021 von 19:30 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Naxoshalle, Waldschmidtstr. 19 HH
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Gebrochene Helden
Der Film über traumatisierte US-Soldaten nach den Kriegen im Irak zeigt, wie lange ein vor Jahren beendeter Krieg jenseits aller Öffentlichkeit fortdauert. Die Autorin Ingelis Gnutzmann hat den Schwerpunkt ihrer Recherche auf Soldaten aus den USA gelegt, weil sie damit gleichzeitig Zeugen für zahlreiche amerikanische Kriegsverbrechen vor die Kamera holen konnte. So kommen im Mittelpunkt des Films drei Soldat*innen zu Wort, die an post-traumatischen Belastungsstörungen erkrankt sind.

"Irgendwann fühlst Du überhaupt nichts mehr", sagt Donald S., "das Töten macht dich immer blutrünstiger, dein Gewissen ist ausgeschaltet." Donald ist 40 Jahre alt. Er hat im Golfkrieg 1991 gekämpft. Noch heute machen ihm die Folgen schwer zu schaffen: Albträume, Depressionen, Schuldgefühle. Und immer häufigere Zweifel an der Legitimität des Krieges: "Sie haben mich zum Mörder gemacht." Rund 700.000 US-Soldaten haben 1991 gegen den Irak gekämpft, Zehntausende kehrten krank zurück, krank an Körper und Seele. Bei den meisten seelisch Erkrankten, traumatisierten Frauen und Männern, dauerte es Jahre, bis sie ärztliche Hilfe suchten. Und viele bemühen sich bisher vergeblich um Anerkennung ihrer Beschwerden und damit verbundener staatlicher Unterstützung.

Besuch beim Feind
Mitte 2002 zogen die USA erneut in den Krieg gegen den Irak mit der Begründung, Saddam Hussein würde verbotene chemische und biologische Kampfstoffe produzieren. Der für die Region zuständige ARD-Korrespondent hatte schon lange kein Einreisevisum mehr erhalten.

Da gelang es der freien Journalistin Ingelis Gnutzmann, den gesamten Irak zwei Wochen lang mit der Kamera zu bereisen. Dabei erhielt sie als einziges westliches Kamerateam Zugang zu Fabriken, die laut Aussage auch des deutschen Geheimdienstes angeblich verbotene Waffen produzierten und konnte mit ihren Aufnahmen belegen, dass diese Fabriken von den UN-Inspektoren komplett zerstört worden waren, dass hier gar nichts mehr produziert werden konnte.

Dieser Krieg gegen den Irak war begleitet von Propagandalügen, Kriegsverbrechen und Umweltverwüstung. Er gilt weltweit als abschreckendes Beispiel der neueren „Kriegführung“ und war an Unmenschlichkeit kaum zu überbieten.

Zum Filmgespräch erwarten wir die Filmemacherin Ingelis Gnutzmann, Dr. Niklas Schörnig, Wissenschaftl. Mitarbeiter bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) sowie die Friedenspfarrerin der Evangelischen Kirche für Frankfurt / Offenbach, Sabine Müller-Langsdorf.
Moderation: Andrej Bockelmann, naxos.Kino

Kurzfilm: Der Antrag (Det Sporadiske Filmkollektivet, 6:07, Norwegen 2018)