Film: Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist

erstellt von Naxos-Kino — zuletzt geändert 2022-06-16T19:40:59+01:00
Für ihren Dokumentarfilm begleitete die Filmemacherin Sabine Herpich einige Künstler und Künstlerinnen in der Spandauer Kunstwerkstatt für Menschen mit Behinderung und stellte dabei Erstaunliches über das Wesen der Kunst und das Ringen fest.
  • Wann 28.06.2022 ab 19:30 Uhr (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Naxoshalle, Waldschmidtstr. 19 HH
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Schon das Thema dieses Films ist spannend. Seine Dramaturgie macht ihn zu einem intensiven Erlebnis. Alle Zusammenhänge ergeben sich beim Zusehen. Unerwartete Ansichten und Einsichten in eine Welt, die vielen bislang verborgen war. Der Film nimmt eine ganze Gruppe und deren Arbeitsumfeld in den Blick. Die Kamera fungiert als stiller Beobachter. Sie lässt den Porträtierten Luft zum Atmen. Sie nimmt sich Zeit für lange Einstellungen. Ihre Ruhe erzeugt eine meditative Qualität. Nach und nach schälen sich Routinen und Kontinuitäten heraus. Herpich kehrt zu sechs Protagonist:innen zurück, zwei Künstlerinnen, zwei Künstlern und zwei Betreuerinnen, eine davon die Leiterin der Kunstwerkstatt.

Sabine Herpich beobachtet in ihrem Dokumentarfilm Künstlerinnen und Künstler der Kunstwerkstatt Mosaik in Berlin-Spandau bei ihrer Arbeit. Was anfangs wie ein Beschäftigungsprojekt für Menschen mit Behinderung wirkt, erweist sich als ein Ort der Grenzüberschreitung. Hier vollzieht sich sichtbar eine Verwandlung, eine Aneignung von Welt und eine künstlerische Zwiesprache mit ihr. Beobachtet man die KünstlerInnen bei der Arbeit, kann man sehen, mit welcher Beharrlichkeit sie um den angestrebten Ausdruck ringen. Es zeigt sich dabei etwas Wesenhaftes über die Aufgabe von Kunst: der Welt Gestalt zu geben, sie zu verstehen zu suchen und ihr etwas hinzuzufügen, in dem sich diese Erkenntnis materialisiert.

Aus den Eindrücken, die Sabine Herpich als Gast in der Kunstwerkstatt gewann, entstand die Idee zu diesem Film, der beiläufig zeigt, wie hier Behinderung und Ermöglichung eine große Freiheit schaffen. Ein ruhiger Film über die Entstehung von Kunstwerken der sogenannten Outsider-Art. Ein Film, der seine volle Wirkung erst allmählich entfaltet. 

Der Abend wird in Kooperation mit der Initiative Allenstein aus dem Haus der Volksarbeit e.V. durchgeführt. Die Leiterin der Initiative Allenstein, Heike Rösch, wird in Doppelfunktion den Film-Abend moderieren.

Zum anschließenden Filmgespräch kommen Julia Krause-Harder, Künstlerin Atelier Goldstein und Allensteinerin, Frankfurt am Main sowie Sophia Edschmid, Leiterin Atelier Goldstein, Frankfurt am Main.

Eintritt: 8 / 5 € (nur AK)