*abgesagt* Film: „Golden Dawn – a personal affair“

erstellt von Centro Frankfurt — zuletzt geändert: 2020-03-17T20:26:12+01:00
Filmvorführung und -gespräch. Dokumentarfilm über die Nazipartei Chrysi Avgi (Golden Dawn – Goldene Morgenröte) in Griechenland
  • Wann 31.03.2020 von 19:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Centro Frankfurt, Alt-Rödelheim 6
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2015, auf dem Höhepunkt der Krise, ist in Griechenland die Nazipartei Chrysi Avgi (Golden Dawn – Goldene Morgenröte) die drittgrößte Fraktion im Parlament und eine alltägliche Gefahr auf den Straßen.

Die Journalist*innen Angélique Kourounis und Thomas Iacobi recherchieren über mehrere Jahre im Umfeld dieser Partei, woraus der Film „Golden Dawn – a personal affair“ entsteht. Die wirtschaftliche Krise, politische Unsicherheit und familiäre Beziehungen stehen im Mittelpunkt dieses Dokumentarfilms, der herauszufinden versucht, was die Faschisten denken, die sich als Opfer des Systems betrachten.

Golden Dawn hat sich nie versteckt, was ihre Ideologie anbelangt. Ihr politischer Einfluss mag sich mittlerweile wieder deutlich verringert haben, doch ihre Ideologie passt gut mit bestimmten tief verwurzelten Überzeugungen in Griechenland zusammen – Überzeugungen die von großen Teilen des Klerus und den meisten Medien am Leben erhalten werden - guter Nährboden für die Partei.

Nach dem Film (90min) haben wir die Gelegenheit mit der Filmemacherin Angélique Kourounis und ihrem Mitarbeiter Thomas Iacobi per Skype aus Athen zu begrüßen um mit diesen über den Film reden zu können.

Heute arbeiten Angélique und Thomas trotz – oder auch gerade wegen – einem hohem persönlichen Risiko an dem Nachfolgeprojekt „Golden Dawn – a public affair“. Nach dem Mord an Pavlos Fyssas 2013 führt der grosse gesellschaftliche Druck zu einem Strafverfahren gegen die Verbrechen der Goldenen Morgenröte. Im Prozess wird versucht zu beweisen, dass sie keine Partei sondern eine verbrecherische Organisation mit militärischer Struktur ist die ausschließlich von dem Führer Nikos Michaloliakos geleitet wird und dessen Befehle wortlos von seinen Handlangern ausgeführt werden, von denen die meisten gleichzeitig auch Parlamentsabgeordnete gewesen waren.

Dieser Prozess der im Fokus des neuen Films steht geht mittlerweile in sein 5. Jahr und das Urteil wird für diesen Sommer erwartet. Ferner geht er den Fragen nach: wie kann der Widerstand gegen diese Ideologie am effizientesten geführt werden? Auf politischer Ebene, in der Gesellschaft? Durch die Erziehung? Die Kultur? Und wie steht es mit den rechtsradikalen Inhalten die von den konventionellen Parteien adoptiert worden sind?

Zur Fertigstellung der Produktion fehlt allerdings noch ein Teil der Finanzierung und daher wollen wir einen kleinen Teil beιtragen und alle Einnahmen an diesem Abend gehen an das Projekt „Golden Dawn – a public affair“.