Ein roter Lokführer berichtet

erstellt von Revolutionäre Front-Abteilung Frankfurt — zuletzt geändert: 2021-10-20T14:43:11+01:00
Was wir aus dem Streik der GDL lernen müssen. Mit Uwe, Lokführer seit DDR-Zeiten, Mitglied der GDL, Mitkämpfer im Streik und im Zentralen Rat der Revolutionären Front
  • Wann 27.10.2021 von 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Türkisches Volkshaus, Werrastr. 29
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Was wir aus dem Streik der GDL lernen müssen:
Den Kampf zu führen für die Wiederverstaatlichung der Bahn und die Einheit unserer Klasse!
Welche Rolle spielt die Bahn bei der Kriegsvorbereitung?

Kollegen, der Kampf der Lokführer geht uns alle an. Der Aufstieg der Automobilindustrie bedeutete den Beginn der Zerschlagung der Bahn. Warum? Weil sich für die Milliardäre von VW, Daimler & Co. mit Autos mehr und schneller Profit machen lässt, als mit Lokomotiven.
Jetzt stehen beide Bereiche vor einem Scherbenhaufen. Warum? Die Automobilindustrie fällt von einer Krise in die nächste. Conti Karben wird dicht gemacht, insgesamt 30.000 Entlassungen bei Conti weltweit. VW droht mit 30.000 Entlassungen hierzulande. Und die einstige Staatsbahn ist zerschlagen in hunderte Unternehmen. Tausende Kilometer Strecken wurden stillgelegt, über die Hälfte aller Weichen rausgerissen, ganze Regionen vom Schienenverkehr abgehängt, die Fahrpreise steigen und Züge kommen nicht.

Die Herren der privatisierten Bahn- Unternehmen aber, genauso die Automilliardäre, stoßen sich gesund an ihrem Zerstörungswerk, an unserer Spaltung und Verelendung. Sie stoßen sich gesund an den Milliarden unserer Arbeitersteuern, die ihnen der Wucherstaat der Milliardäre in den Rachen stopft. Das konnten wir nicht abwählen am 26. September, genauso wenig wie die elenden Arbeitsbedingungen in den privatisierten Krankenhäusern und die Misere des Bildungssytems. Wählen können und müssen wir aber unseren Kampf als Klasse! Für unsere Zukunft und die unserer Kinder.

Die GDL hat uns in den letzten Wochen zumindest eines gezeigt: Man kann schon streiken, wenn man will. Diese kleine Lehre sollten wir uns merken. Wir sollten uns aber auch merken, dass unter den Bedingungen der Zersplitterung jeder ökonomische Streik letztlich ins Leere läuft.

Die Republik braucht den Streik:
- Kostenlose Fahrt bei der Bahn für alle Werktätigen, Schüler und Azubis. Denn wir haben durch unsere Arbeit und Steuern schon alles längst bezahlt.
- Statt kostenlose Fahrt für die Bundeswehr und Streckenfreihaltungen für den Transport von Mordwaffen und Soldaten an die Ostfront.
- 7 Stunden-Tag für alle an 5 Tagen bei vollem Lohn – per Gesetz!
- Bei der Bahn, in der Autoindustrie, in der Pflege ... Der gemeinsame Kampf vereint uns zur Klasse.
- Für die Wiederverstaatlichung der Bahn!

Wenn wir so den Kampf beginnen, wenn wir klarmachen, wir interessieren uns nicht nur für unseren Betrieb, sondern für die ganze Gesellschaft, dann wird keiner alleine stehen.