Dieses Haus ist besetzt! Frankfurter Häuserkampf 1970-1974

erstellt von Frankfurter Archiv der Revolte — zuletzt geändert: 2020-09-04T18:43:21+02:00
Ausstellung vom 18. September bis 18. Oktober 2020. Geöffnet Mo 15-19 Uhr, Mi 17-21 Uhr, Do 15-19 Uhr, So 14-18 Uhr.
  • Wann 18.09.2020 15:00 bis 18.10.2020 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Studierendenhaus, Campus Bockenheim, Mertonstr. 26
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2020 jährt sich ein Frankfurter Stadtereignis: Am 19. September 1970 wurde mit Besetzung der Eppsteiner Straße 47 im Frankfurter Westend das erste Haus in der BRD besetzt. In den folgenden Jahren, bis zur Räumung der Häuser „Bockenheimer Landstraße/Ecke Schumannstraße“ im Jahr 1974, kam es zu zahlreichen weiteren Hausbesetzungen, Mietstreiks und Demonstrationen in Frankfurt, insbesondere im Westend. Auslöser war eine massive Wohnraumzerstörung und deren Folgen im Zuge einer geplanten City-Erweiterung ins Westend.

Obwohl der Frankfurter Häuserkampf einen Wendepunkt in der Geschichte von urbanen sozialen Bewegungen in Deutschland markiert (Sabrina Schindling, Technische Universität Darmstadt, 2018) wurde diesem spannenden Kapitel der Frankfurter Zeitgeschichte bislang keine Ausstellung gewidmet.

Der Verein Frankfurter Archiv der Revolte hat nun zusammen mit dem Institut für Selbstorganisation und dem Offenen Haus der Kulturen die Initiative hierzu ergriffen. Die Ausstellung Dieses Haus ist besetzt! beleuchtet die Entwicklung der frühen Häuserkampfbewegung von der ersten Hausbesetzung im September 1970 bis zu ihrer vorübergehenden Auflösung 1974. Entgegen der sonst üblichen Fokussierung auf Prominente der damaligen Hausbesetzer*innenszene widmet sie sich den weniger bekannten Akteur*innen und Geschichten.

Neben den Hausbesetzungen werden die Mietstreikbewegung der Gastarbeiter*innen und migrantischen Linken, die Jugendzentrumsbewegung und andere emanzipatorische Projekte vorgestellt. Zahlreiche Dokumente, Literatur, Musik und Kunst zeugen von kreativen, widerständigen Aktionen gegen Diskriminierung, Rassismus und unwürdige Wohnverhältnisse. Themen, die heute wieder brandaktuell sind.

Das Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung wurde in Kooperation mit Turn the Corner, Kinothek Asta Nielsen, Ada Kantine, KunstGesellschaft, KulturRegion FrankfurtRheinMain und profikollektion konzipiert. Lesungen, Kino, Vorträge, Diskussionen, Workshops und Führungen laden die Besucher*innen ein, ihre bisherigen Sichtweisen auf ein zentrales Kapitel der Frankfurter Stadtgeschichte zu erweitern und sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und auszutauschen.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, der Stiftung Citoyen, dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt und dem Ortsbeirat 2 der Stadt Frankfurt am Main.

Hinweis: Die Ausstellung findet in einem gut durchlüfteten 100 m² großen Raum statt. Der Ausstellungsraum darf maximal von 17 Personen gleichzeitig betreten werden. Größere Gruppen bitten wir um Anmeldung (info@archiv-der-revolte.de). Am Einlass und in der Ausstellung stellen wir Desinfektionsmittel bereit. Bitte haltet den Mindestabstand von 1,5 m ein und tragt einen Mund-und Nasenschutz.

Mehr Infos auf www.archiv-der-revolte.de