Unterkunft für alleinstehende Männer wird schrittweise abgebaut!

erstellt von Förderverein Roma e.V. — zuletzt geändert: 2021-10-06T17:49:55+02:00
Der Förderverein Roma e.V. kritisiert die Entscheidung des Verwaltungsstabs des Sozialdezernats, die Unterkunft für obdachlose Männer im Henriette-Fürth-Haus schrittweise abzubauen.

Die Unterkunft wurde zu Beginn dieses Jahres geschaffen und war eine notwendige Reaktion auf die Pandemie und die steigende Obdachlosigkeit – insbesondere von Roma. Ohne Prüfung des Rechtsanspruchs wurden 20 Plätze für Männer bereitgestellt. Sobald ein Platz frei war, konnte er nachbesetzt werden.

Die Verfahrensweise ist aktuell nicht mehr möglich, d. h. jeder Platz, der frei wird, geht als Unterkunft verloren. Der Verweis, nunmehr eine Unterkunft über das Sozialamt zu erhalten, endet praktisch in vielen Fällen mit der Ablehung und dem Angebot einer Rückfahrkarte. Genau diese Erfahrung, die unmittelbare Not der Betroffenen und deren gesundheitlichen Risiken haben zur Einrichtung der Plätze im Henriette-Fürth-Haus geführt.

Der gestrige Beschluss des Verwaltungsstabs erinnert an die Vorgehensweise hinsichtlich der Wohnungen am Bonameser Standplatz, die so entmietet werden sollten.

Der Förderverein Roma bewertet die Entscheidung angesichts der hohen Corona Infektionsgefahr und dem Beginn der kalten Jahreszeit als ignorant gegenüber dem zunehmenden Elend von Hilfsbedürftigen und weist nachdrücklich auf die zudem fehlenden menschenwürdigen Unterkünfte für Familien und alleinstehende Frauen hin.

Zurzeit sind in der Sozialberatung des Trägers 26 alleinstehende Männer registriert, die nicht untergebracht werden können.

Der Abbau der punktuellen humanitären Hilfe im Henriette-Fürth-Haus ist das glatte Gegenteil von der im Koalitionsvertrag bekundeten Absicht, nicht zuletzt auch für obdachlose Roma menschenwürdige Unterkünfte zu schaffen!

Pressemitteilung 6.10.2021