Tower to the people!

erstellt von Hochhaus Rödelheim — zuletzt geändert: 2021-02-06T12:13:58+01:00
Mitten in der Corona-Krise fordert die Schaderstiftung 20 bis 45 Prozent mehr Miete von uns. Wir sammeln Geld für ein Gutachten, damit wir dagegen vorgehen können.

"Wir sind die Mieter*innen eines Hochhauses im schönen Frankfurt-Rödelheim. Die Eigentümer*in des Hauses ist die gemeinnützige Schader-Stiftung. Klingt nach einer idealen Situation, oder? Um es kurz zu halten: Ist sie nicht.

Seit 2017 beutelt uns eine nicht enden wollende Baustelle in unserem Haus. Wie an so vielen Orten soll modernisiert werden – auf unsere Kosten.

Mitten in der Corona-Krise fordert die Schader-Stiftung 20 bis 45 Prozent mehr Miete von uns. Ab April 2021 soll die Miete bis zu 2,80 € pro Quadratmeter steigen. Da angesichts dieser Mietsteigerungen und der zermürbenden Lebenssituation auf einer Baustelle viele Mieter*innen bereits ausgezogen sind, scheint das Ziel der Eigentümer*in klar: Ein klassischer Fall von Modernisierungsverdrängung.

Verständnis für eine solche Vermietungspraxis, die soziale Ungleichheit massiv verstärkt, von einer Stiftung, die „Gemeinwohl und Verantwortung“ und „Stadtentwicklung und Wohnen“ als zentrale Themen nennt, können wir auch nach über drei Jahren nicht aufbringen. Nicht einmal ein Angebot zur Erhebung von sozialen Härtefällen, die ohne Wohnalternative sind und von denen es im Haus (nicht erst seit der andauernden Corona-Krise) einige gibt, hat uns erreicht.

Immer wieder haben wir eine transparente Kommunikation gefordert und auf die sozialen Konsequenzen dieser Mietererhöhungen und die drohende Verdrängung hingewiesen. Ein wirklicher Dialog, um gemeinsam nach einer sozialverträglichen Lösung zu suchen, welche es den langjährigen Mieter*innen im Haus erlaubt, zu bleiben, kam allerdings nicht zustande.

Auch Vermittlungsangebote seitens der Stadt und des Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) wurden ausgeschlagen. Eine Reihe an Gerichtsprozessen, in denen vorangegangene Mieterhöhungen der Schader-Stiftung aufgrund fehlerhafter Angaben des Baualters der Immobilie vom Gericht kassiert wurden, führten zusätzlich zur Verhärtung der Fronten.

Es half und hilft offenbar alles nichts: Die Mieten sollen ab April 2021 drastisch steigen. Und für den Großteil der Mieter*innen bedeutet dies schlichtweg, ausziehen zu müssen und nach 20, 30 oder sogar 40 Jahren das Zuhause zu verlieren.

Doch wir werden das nach wie vor nicht hinnehmen! Eine erste Mieterhöhung konnte wegen fehlerhafter Angaben der Hausverwaltung Vegis Immobilien zum Bau-Alter mit juristischer Unterstützung von Mieter helfen Mietern e.V. bereits abgewendet werden. Und auch die aktuelle Mieterhöhung werden wir in der jetzigen Form nicht hinnehmen. Dabei werden wir weiterhin vom Verein Mieter helfen Mietern begleitet.

Zur Vorbereitung unserer Anstrengung, die Mieterhöhung vor Gericht anzufechten, möchten wir ein technisches Gutachten beauftragen, das die umgelegten Kosten der sogenannten Modernisierung genauer unter die Lupe nimmt. Da das nicht gerade günstig ist, sind wir auf eure Solidarität angewiesen.

Diese Plattform soll Bewohner*innen des Hochhauses, Freund*innen, Nachbar*innen sowie allen solidarischen Mitmenschen die Möglichkeit bieten, uns in unserer Anstrengung zu unterstützen. Wir brauchen für die Bezahlung des Gutachtens ca. 2000 Euro. Das ist in Zeiten von Kurzarbeit und ökonomischen Unsicherheiten ein Batzen Geld. Wir sind aber sicher, dass wir die Summe mit eurer Unterstützung zusammenbekommen."

https://www.betterplace.me/helft-uns-beim-kampf-gegen-mieterhöhung

Aufruf vom 4.2.2021