Städelabsolvent malt seine Antifajugend im Stil von Gerhard Richters RAF-Zyklus

erstellt von Synnika — zuletzt geändert: 2021-06-10T10:41:04+02:00
Am 18. Juni 2021 eröffnet im Synnika im Bahnhofsviertel die Ausstellung IN YOUTH IS PLEASURE von Nicholas Warburg. Für seine erste Einzelausstellung in Frankfurt malte der Absolvent der Städelschule Motive seiner Antifajugend im Stil von Gerhard Richters RAF-Zyklus.

Zwölf Jahre nach dem deutschen Herbst zeigte Richter die RAF-Toten in Stammheim in verschwommenen Schwarzweißbildern. 1989 gab er die Serie für zehn Jahre in die Sammlung des MMK Frankfurt, wohl auch, wei hier mit den Kaufhaus-Brandstiftungen das Initialereignis der RAF stattfand.

Nahm sich Richter Fotografien aus dem Stern zur Vorlage, tauchen bei Warburg Screenshots aus Szene-Dokus oder Grafiken von Politplakaten auf. Wo  Richter sich eines polarisierenden historischen Stoffes bediente, um Bedeutungsschwere zu generieren, nutzt Warburg den ikonischen Richter-Stil, um mit Motiven seiner jugendlichen Politisierung, die ehrfurchtgebietende Werkserie des berühmtesten lebenden deutschen Malers ironisch zu unterlaufen.

Nicholas Warburg (*1992, Frankfurt am Main) studierte Kunst am California Institute of the Arts in Santa Clarita und an der Städelschule  in Frankfurt am Main die er 2020 als Meisterschüler von Tobias Rehberger absolvierte. Er ist Mitbegründer des Kollektivs Frankfurter Hauptschule, das zuletzt mit der vermeintlichen Entwendung von Joseph Beuys „Capri-Batterie" und ihrer Überführung nach Tansania für internationales Aufsehen sorgte.

Seine Arbeiten, die sich auf ambivalente Weise mit deutscher Geschichte und Kunstgeschichte auseinandersetzen, wurden zuletzt im Kunstpalast Düsseldorf, Kunstraum Potsdam und Kunstverein Leipzig gezeigt.

Eröffnung am 18. Juni, 2021, 19:00 im Synnika
Laufzeit: 19. Juni - 14. August, 2021
Öffnungszeiten: Freitags 14:00-17:00 und nach Terminvereinbarung (hello@synnika.space)

Pressemitteilung 10.06.2021