#HousingActionDay2020

erstellt von Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn — zuletzt geändert: 2020-03-23T17:54:26+01:00
Fenster- und Online-Demonstration gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung

am 28. März 2020 wären unter dem Motto "Wohnen für Menschen statt für Profite" zehntausende Menschen in ganz Europa auf die Straßen gegangen, um gegen hohe Mieten, Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit und für eine solidarische und ökologische Stadtentwicklung zu demonstrieren. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise hat das bundesweite Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn ebenso wie seine europäischen Bündnispartner*innen die geplanten Großdemonstrationen zum Housing Action Day verschoben.

Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig Wohnraum auch als Schutzraum ist. Am schlechtesten vor einer Infizierung schützen können sich Obdachlose und Geflüchtete, die auf der Straße oder in beengten Gemeinschaftsunterkünften leben, mangelhafte Hygienebedingungen und fehlende medizinische Versorgung oftmals inbegriffen.

Schon jetzt verlieren Menschen ihre Jobs, haben mit Kurzarbeit geringere Einkommen oder sind als kleine Selbstständige, freiberuflich Tätige, Kulturschaffende oder Kleingewerbetreibende in akuter Notlage. Damit wird sich auch die Wohnungskrise verschärfen. Es drohen: Kündigungen und Zwangsräumungen, Strom- und Wassersperren, Schließung von Kultureinrichtungen und Kneipen oder Zwangsversteigerungen. Besonders in Krisenzeiten gilt für uns einmal mehr: Wohnraum ist keine Ware! Wohnen ist Menschenrecht!

Wir solidarisieren uns mit allen, die erkrankt sind oder zu Risikogruppen gehören. Dies sind oft dieselben, die unter Armut, prekären Beschäftigungsverhältnissen oder Wohnungslosigkeit leiden. Wir solidarisieren uns auch mit allen Menschen, die ihre Einkommenquelle verloren haben und deren Existenz bedroht ist.

Um Wohnungsverluste zu verhindern, existenziellen Ruin abzuwehren und gesundheitlichen Schutz zu sichern, fordern wir als Sofortmaßnahmen:

- Stopp von Räumungsklagen und Zwangsräumungen!

- Keine Energie- und Wassersperren!

- Moratorium für Mietzahlungen, Erlass von Mietschulden und Renditeverzicht!

- Mietendeckel und Mieterhöhungstopp!

- Moratorium für Hypothekenzahlungen!

- Auflösung von Sammelunterkünften wie Lagern und die menschenwürdige Unterbringung!

- Beschlagnahmung von leerstehenden Wohnungen sowie Ferienwohnungen!

- Legalisierung von Besetzungen leerstehender Wohnungen und Häuser!

- Solidarfonds für Kleingewerbetreibende, Freiberufler_innen, Kultur- und soziale Einrichtungen!

- Bedingungsloses Grundeinkommen für 6 Monate!

Unseren Forderungen und dem Protest wollen wir weiterhin eine Stimme geben. Deshalb sagen wir den Housing Action Day nicht ab, sondern verlagern ihn zusammen mit unseren europäischen Bündnispartner*innen in die Wohnungen und Häuser und in die sozialen Medien. Für Samstag, den 28. März laden wir ein, uns dabei zu unterstützen; Mit Forderungen aufmit Transparenten und Plakaten, gelben Handschuhen als Zeichen. Um 18 Uhr wird für 10 Minuten mit Töpfen und Deckeln gescheppert.


Außerdem ruft das Aktionsbündnis am 28. März zu einer Online-Demo in den sozialen Medien auf. Mit Bildern, Texte und Videos von diesen Aktionen werden diese unter den Hashtags #HousingActionDay2020 #togetheragainstcorona stattfinden. Auch bei einem Kontaktverbot gibt es Lösungen, um Menschen zu schützen und ihnen zu helfen.

Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn, Pressemitteilung, 23. März 2020