Global Climate Strike Fridays for Future Hessen

erstellt von Fridays for Future Hessen — zuletzt geändert: 2021-03-23T19:59:45+02:00
Am 19.03. fand der siebte globale Klimastreik statt. In insgesamt 68 Ländern wurden über 1000 kreative Protestaktionen organisiert, allein in Hessen fanden über 20 Kundgebungen und Aktionen statt.

 Unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises wurde vielfältig und Corona-konform die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens auf allen politischen Ebenen gefordert. Ob Fahrraddemo, Kundgebung, Kreideaktion, Livestream oder Bannerdrop, mit viel Kreativität wurde der Kampf für eine klimagerechte Welt am Freitag wieder auf die Straßen und in die Erinnerung der Menschen getragen.

Die globale Mitteltemperatur ist bereits um 1,3 Grad Celsius gestiegen, schon 2024 könnten wir die 1,5 Grad Grenze überschritten haben. 

Die vergangenen Kommunalwahlen in Hessen zeigten, dass auch für die Wähler*innen Klimaschutz eine entscheidende Rolle spielt. Die Fridays for Future Ortsgruppen appellieren nun an die Politiker*innen, dass die getätigten Versprechen nach Klimaneutralität auch auf kommunaler Ebene eingehalten werden.

"Für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels brauchen wir ein global-politisches Umdenken, was hier bei uns vor der Haustür anfangen muss. Wir appellieren daher an unsere Politiker*innen, mit gutem Beispiel voranzugehen, und in jedem Kreis, in jeder Stadt  und in jeder Kommune einen Klimaschutzplan zu entwerfen, damit ganz Hessen bis 2035 klimaneutral wird.", sagt Jaspar Reimann.

Sophie L. fordert, " Es braucht jetzt Maßnahmen. Wir können uns nicht erst nach der Coronapandemie um die Klimakrise kümmern. Wir befinden uns längst in der Zeit der multiplen Krisen. Diese Maßnahmen müssen wissenschaftsbasiert, aber nicht zulasten derer, die ohnehin strukturelle Benachteiligung erfahren, getroffen werden. Krisen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen im Einklang mit sozialer und ökologischer Gerechtigkeit angegangen werden."

Die Ortsgruppen Friedberg, Bad Nauheim, Gießen, Wetzlar und Butzbach veranstalteten gemeinsam eine  Rad-Stern Demo, die mit einer Kundgebung in Gießen endete.  Auch in Wiesbaden, Darmstadt, im Rheingau-Taunus-Kreis, Fulda und Kassel streikten hunderte auf dem Rad für Klimagerechtigkeit.  Corona- konforme Kundgebungen fanden in Frankfurt, Fritzlar, Hochtaunuskreis, Limburg, Fulda und in der neu gegründeten Ortsgruppe Frankenberg statt. Andere Aktionsformen gab es beispielsweise in Bensheim, Groß-Gerau und Gelsenhausen. Dort wurden die Orte mit Demoplakaten dekoriert. In Bad Schwalbach und auch im Main-Taunus-Kreis wurden mithilfe von Kreideaktionen zentrale Orte zu Plätzen für Klimagerechtigkeit gemacht. Zusätzlich wurden in mehreren Städten Banner mit Slogans wie "Alle für 1,5" oder "No more empty promises" an Gebäuden oder Brücken aufgehängt. 

Für Menschen, die lieber von zu Hause protestierten, gab es die Möglichkeiten, ihr Bild auf einer digitalen, bundesweiten Streikkarte hochzuladen und den Livestreams von Fridays for Future Deutschland aber auch von Ortsgruppen wie Frankfurt und Bad Schwalbach beizuwohnen. Inhaltlich lag der Fokus hier ebenfalls auf globaler Klimagerechtigkeit, aber auch auf lokalen Protesten, wie dem Ausbau der A49.

So vielfältig und individuell der Protest an diesem Tag auch war, eins hatten alle Aktionen gemeinsam: die Forderung nach einer klimagerechten Welt und Klimaschutzkonzepten auf Bundes-, Landes- und lokaler Ebene zum Erreichen der Klimaneutralität bis 2035. Denn der Klimaschutzplan der Bundesregierung entspricht bei weitem nicht dem Pariser Klimaschutzabkommen und würde ohne die Eigeninitiative von Land, Stadt und Kreis eine Erderhitzung von mindestens 3°C befeuern. Deshalb muss nicht nur in ganz Hessen, sondern bundesweit der Klimanotstand ausgerufen und entsprechende Maßnahmen getroffen werden.

Fridays for Future Hessen, Pressemitteilung, 22. März 2021