Extinction Rebellion kündigt Aktionen in Hessen und Berlin an

erstellt von Extinction Rebellion — zuletzt geändert: 2020-09-08T18:41:41+02:00
Unter dem Motto “Stoppt die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen” startet Extinction Rebellion am 5. Oktober eine Rebellion Wave in Berlin. Zudem mobilisiert die Bewegung ab sofort in den Dannenröder Wald in Hessen, der im Herbst dem Neubau einer Autobahn weichen soll.

Extinction Rebellion Deutschland kündigt mehrtägige Aktionen und Proteste ab dem 5. Oktober in Berlin und bereits in den kommenden Tagen und Wochen im Dannenröder Wald in Hessen an, der zugunsten einer Autobahn gerodet werden soll. Die Klimagerechtigkeitsbewegung will mit den Aktionen auf die fortschreitende Klimakatastrophe und die andauernde ökologische Zerstörung aufmerksam machen. Sie fordert auf diesem Wege die Bundesregierung auf, die Bedrohung in vollem Umfang offenzulegen und zu ihrer Bewältigung eine Bürger*innenversammlung einzuberufen.

Aktionen in Berlin

Extinction Rebellion (XR) plant Aktionen des friedlichen zivilen Ungehorsams in der Hauptstadt, um gegen die Untätigkeit der Regierung zu protestieren. Tausende Wissenschaftler*innen weltweit warnen immer eindringlicher: Die Menschheit muss sofort entschiedene Maßnahmen gegen die rasante Erderhitzung und die zunehmende Naturzerstörung einleiten. Extinction Rebellion mahnt deshalb die strikte Erhaltung intakter Natur an und fordert den Stopp aller Maßnahmen, die Wälder und Wasserressourcen gefährden.

Die Menschheit steht an einem existenziellen Scheideweg. Um den Zusammenbruch der Zivilisation aufzuhalten, muss die Regierung unsere Lebensgrundlagen schützen, das Artensterben stoppen und die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2025 auf Netto-Null senken”, sagt Annemarie Botzki, Politikwissenschaftlerin und Mitglied des Presseteams von XR Deutschland.

“Wir grenzen uns klar von den Anti-Corona-Protesten der vergangenen Monate ab und werden strikt mit Mundschutz und Abstand protestieren. Extinction Rebellion steht für eine partizipative Demokratie. Deshalb fordern wir die Einberufung einer Bürger*innenversammlung, um so die Menschen in die wichtigen Entscheidungen einzubeziehen”, sagt Tino Pfaff, Sozialarbeiter und -pädagoge sowie Mitglied des XR-Presseteams.

Aktionen im Dannenröder Wald

Zusätzlich ruft die Bewegung dazu auf, sich ab sofort den friedlichen Aktionen im Dannenröder Wald anzuschließen und die Zerstörung dieses intakten Mischwalds mit seinen über 300 Jahre alten Bäumen und einem Wasserschutzgebiet – das etwa 500.000 Bürger*innen in Hessen mit Trinkwasser versorgt – zu verhindern. Teile des Waldes sollen ab 1. Oktober für den Bau der Autobahn A49 gerodet werden. Aktivist*innen des Bündnisses “Wald statt Asphalt” – zu dem auch XR gehört – halten ihn besetzt; für den 12. September ist ein Protestcamp geplant.

“Mit dem Vorhaben, Teile des Dannenröder Waldes zu zerstören, zeigt die Regierung ein weiteres Mal, dass sie der Aufgabe nicht gewachsen ist, den sozial-ökologischen Kollaps abzuwenden. Eine Regierung, die entsprechend des wissenschaftlichen Konsens’ zur menschengemachten Klimaerhitzung handelt, zerstört keine intakte Natur. Die Zerstörung, die dem Dannenröder Wald droht, ist symbolisch für das klima- und wirtschaftspolitische Versagen der Regierung”, sagt Tino Pfaff.

“Führende Wissenschaftler*innen prognostizieren, dass sich die Erde aller Wahrscheinlichkeit nach bis zum Ende des Jahrhunderts um mehr als drei Grad erwärmen wird. Unsere Gesellschaft, wie wir sie jetzt kennen, wird darunter zusammenbrechen. Es ist unsere Pflicht gegenüber den kommenden Generationen, jetzt, im Jahr 2020, alles Mögliche und Nötige dagegen zu tun”, sagt Susanne Egli, Meeresbiologin und Aktivistin von Extinction Rebellion.

Pressemitteilung, 7. September 2020