Die geplante Modernisierung: Eine unzumutbare Härte für uns

erstellt von Mieterinitiative Carl-von-Weinberg-Siedlung — zuletzt geändert 2023-01-23T11:23:30+01:00
Die angekündigten Modernisierungsarbeiten in ca. 105 der 400 Vonovia-Wohnungen lösen bei uns Mietern und Mieterinnen in der gesamten Carl-von-Weinberg-Siedlung große Sorgen aus und lassen uns mit vielen offenen Fragen zurück.

Die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten stellen allein wegen der geplanten Dauer von 10 Monaten insgesamt inklusive 4 Wochen Arbeiten in unserer Wohnung eine unzumutbare Härte dar. Die Bäder werden für einen Zeitraum von 4 Wochen nicht nutzbar sein; die Küchen werden in den ersten 10 Tagen der Zusammenlegung Bad / WC über kein Wasser verfügen.

Zwei Mietererhöhungen hintereinander + Erhöhte Energiekosten

Zudem ist die angekündigte Mieterhöhung von 3 € pro Quadratmeter zu hoch! Wir können diese Mieterhöhung nicht leisten.

Ende Oktober haben wir ein Mieterhöhungsverlangen mit der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete erhalten und Ende November eine Modernisierungsankündigung, die teilweise eine Mieterhöhung von über 200 € zur Folge hat! Und das zu einem Zeitpunkt steigender Energie- und Lebenshaltungskosten. „Weihnachten war somit gelaufen!"

Instandsetzungen als Modernisierung „getarnt"

Die gesamte Siedlung wurde jahrelang schlecht instandgehalten und die Bausubstanz ist an vielen Stellen marode. Bei uns erhärtet sich der Eindruck, dass uns längst überfällige Instandsetzungsarbeiten als Modernisierungsarbeiten verkauft werden und somit Kosten auf uns abgewälzt werden sollen, bzw. dass die Deutsche Wohnen / Vonovia eine höhere Miete erzielen möchte und dies letztendlich über eine „getarnte" Modernisierungsmaßnahme umsetzen will.

Infoveranstaltung am 24. Januar: Kein Austausch auf Augenhöhe – zu kurze Fristen

Die Deutsche Wohnen / Vonovia hat jetzt zu einer Infoveranstaltung am 24.01.2023 eingeladen. Die Einladungsschreiben dienen als „Eintrittskarte". Interessierte und Unterstützer:innen sind nicht erwünscht. Die Infoveranstaltung erfolgt zu einem Zeitpunkt, nachdem die gesetzliche Frist (31.12.2022) für den Widerspruch gegen einzelne Baumaßnahmen etwa aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen abgelaufen ist und wenige Tage vor Ablauf der zweiten gesetzlichen Frist (31.01.2023), in der man eine persönliche Härte wegen wirtschaftlicher Unzumutbarkeit der künftigen Miete geltend machen kann.

Wir fühlen uns überrumpelt und kritisieren diesen Umgang mit uns Mieter:innen. Wir brauchen längere Vorlaufzeit und Entgegenkommen bezüglich unserer persönlichen Situation bei einer Baumaßnahme von diesem gigantischen Umfang.

Unklarheit über Zuständigkeiten bei Deutsche Wohnen / Vonovia

Wir kennen unsere Ansprechpersonen nicht und sind unschlüssig über die Zuständigkeiten. Während die Modernisierungsankündigung im November 2022 noch von der Deutsche Wohnen verschickt wurde, erhielten wir zwei Wochen später Willkommensbriefe der Vonovia, die sich als neue Vermieterin vorstellte.

Gesamtplanungen für die Siedlungen müssen offengelegt werden

Die Gesamtplanungen für die Siedlung sind unbekannt; die Mehrheit der Mieter:innen wird gar nicht informiert. Gerade jetzt, wo ein Wechsel in der Konzernzuteilung ansteht, haben wir ein Recht zu erfahren: Was plant die Deutsche Wohnen / Vonovia in der Siedlung?

Einheitliche Mietminderung für alle

Wir fordern vor Beginn der Baumaßnahmen eine verbindliche Vereinbarung über einheitliche Mietminderungen nach geltender Rechtslage für die anstehenden Beeinträchtigungen.
Wir wollen als Mieter:innen mit unseren Rechten ernst genommen werden.

Pressemitteilung 23.1.2023