Corona-Ausbruch in Bockenheimer Unterkunft für Geflüchtete hätte verhindert werden können

erstellt von DIE LINKE. im Römer — zuletzt geändert: 2020-05-20T19:42:27+02:00
In einer Unterkunft für Geflüchtete in Bockenheim haben sich mindestens 67 Personen mit dem Coronavirus angesteckt.

 Pearl Hahn, Stadtverordnete der Fraktion DIE LINKE. im Römer, kommentiert: „Dieser Ausbruch hätte verhindert werden können. Seit Beginn der Kontaktsperren fordern Bürger*innen-Initiativen die Schließung der Unterkünfte mit geteilten Küchen und Bädern. Das ist nicht nur aus menschlichen Gründen geboten, sondern seit der Covid19-Pandemie auch aus gesundheitlichen Gründen!“

Hahn fordert, dass die Menschen dezentral untergebracht werden, bestenfalls in eigenen Wohnungen oder in Hotelzimmern: „Die Unterkünfte müssen sofort geschlossen werden! Der Magistrat war lange genug untätig. Das war geradezu fahrlässig!“

Zwar wurden einige Infizierte nach dem Ausbruch in Bockenheim einzeln untergebracht, aber das sei zu spät, so Hahn weiter: „Der Magistrat hat alle Stimmen der Zivilgesellschaft und der parlamentarischen Opposition überhört, die seit Wochen eine menschenwürdige und infektionsärmere Unterbringung in Einzelzimmern oder Wohnungen fordern. Das Konzept des Sozialdezernats, nämlich nur bereits infizierten Personen eine Einzel-Unterbringung zu gewähren, ist nicht ausreichend.“ Deshalb fordert Hahn nun ein schnelles Umlenken für alle Menschen, die in Frankfurt noch in großen Unterkünften untergebracht sind. „Es sollen keine weiteren Menschenleben mutwillig gefährdet werden!“

Außerdem zeige der Ausbruch, dass die in den Unterkünften ergriffenen Hygienemaßnahmen zu lasch seien. Hahn fordert: „Es muss dringend nachgebessert werden und Schutzausrüstung bereit gestellt werden, für Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen in den Unterkünften! Außerdem müssen die Testkapazitäten dringend ausgebaut werden und den Menschen zugänglich gemacht werden.“

Fraktion DIE LINKE. im Römer, Pressemitteilung, 20. Mai 2020