Audiowalks zum Festival Politik im Freien Theater 2022

erstellt von Bundeszentrale für politische Bildung/bpb — zuletzt geändert 2022-09-21T12:02:05+02:00
Vom 29. September bis 8. Oktober: "Kampf um die Häuser" (Westend) || "Wi(e)dersprechen" (Antisemitismus) || "Der Rache nicht" (NS-verfolgte Frankfurter Künstler*innen).

Alle Audiowalks stehen im Festivalzeitraum über die kostenlose App „guidemate” zur Verfügung. Um die Touren vor Ort anzuhören, downloaden Sie vorab die App und kommen Sie mit geladenem Mobiltelefon und Kopfhörern zum jeweils angegebenen Startpunkt. Die Teilnahme ist kostenlos.

  • Kampf um die Häuser
    Audiowalk durch das Frankfurter Westend

Frankfurt am Main der 1970er-Jahre: Der bezahlbare Wohnraum reicht in der Stadt nicht aus. Im Frankfurter Westend haben viele große Altbauten und Villen den Zweiten Weltkrieg überstanden. Die Stadt aber plant eine Umgestaltung des Viertels zu einem Büro- und Handelszentrum, mit neuen, sehr hohen Häusern. In der Zwischenzeit werden die alten Bauten bezogen von Menschen mit vielfältigen kulturellen, politischen und sozialen Hintergründen. Bereits leerstehende Häuser werden besetzt. Sie leben in Wohngemeinschaften. Und sie sind gekommen, um zu bleiben!

Im Audiowalk kommen Zeitzeug:innen zu Wort und eröffnen zahlreichen Perspektiven auf die Zeit der ersten Besetzung in der Eppsteiner Straße 47 im Jahr 1970 bis zu den Räumungen der Häuser in der Bockenheimer Landstraße/Ecke Schumannstraße im Jahr 1974.

Ein Projekt von Initiative Frankfurter Archiv der Revolte in Kooperation mit Offenes Haus der Kulturen.

Dauer: 85 Minuten. Laufdistanz: ca. 2 km
Startpunkt: Studierendenhaus Campus Bockenheim, Mertonstraße 26-28
Tour "Kampf um die Häuser" starten

  • Wi(e)dersprechen
    Audiowalk um das Schauspiel Frankfurt

Am 31. 0ktober 1985 besetzen Mitglieder der Jüdischen Gemeinde die Kammerspiele des Schauspiel Frankfurt und verhindern damit die Uraufführung von Rainer Werner Fassbinders Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod", weil es in seinen Figuren antisemitische Stereotype reproduziert. Dies gilt als einer der Schlüsselmomente der deutsch-jüdischen Zeit nach der Shoa. Einem Coming-out gleich widersprechen sie der ihnen zugeschriebenen Rolle im Gedächtnistheater der deutschen Erinnerungskultur und setzen auch in den Folgejahren ihre aktive Teilhabe an den gesellschaftlichen Debatten um Jüdische Geschichte und Zeugenschaft durch.

Der Audiowalk "Wi(e)dersprechen" beschäftigt sich mit Kämpfen um Erinnerung und gegen Antisemitismus in Frankfurt nach 1945. Er führt ausgehend von den Kammerspielen über verschiedene Stationen in der Innenstadt, von der Bühnenbesetzung bis zur gegenwärtigen Arbeit von Initiativen und der Frage von Rechtsextremismusprävention heute.

Dauer: ca. 105 Minuten. Laufdistanz: ca. 2 km
Startpunkt: Willy-Brandt-Platz, Haupteingang des Schauspiel Frankfurt
Tour "Wi(e)dersprechen" starten

  • Der Rache nicht
    Dokumentarischer Audiowalk im Stadtraum Frankfurt

Den Ausgangspunkt des Audiowalks bilden die Biografien einiger vom NS-Regime verfolgter Frankfurter Künstler:innen, welche ab 1933 aus dem kulturellen Stadtleben verdrängt wurden.

Die Fotografinnen Nini und Carry Hess betrieben am Börsenplatz eines der berühmtesten Fotoateliers der Weimarer Republik. Hans Erl und Magda Spiegel gehörten zu den Starsänger:innen der Frankfurter Oper, der Schauspieler Joachim Gottschalk glänzte am Schauspiel im Rollenfach des Jugendlichen Helden. Ihre Spuren verlieren sich in der fortschreitenden NS-Diktatur und wir begeben uns heute auf die Suche: Wie vollzog sich der Machtwechsel 1933 an den Frankfurter Theatern? Wie wirkte sich dies auf das künstlerische Leben Frankfurts und auf die Schicksale der Künstler:innen aus? Welche Namen sind heute vergessen, die doch die 20er-Jahre entscheidend mitprägten?

Der Audiowalk des Kollektiv Widerhall gibt dem Publikum die Möglichkeit, die Geschichten der Künstler:innen in der Stadt zu verorten, die wir täglich durchlaufen. Er verknüpft historisches Material mit fiktiven Textpassagen und sucht nach Interaktionen mit der heutigen Stadt.

Produktion: Kollektiv Widerhall in Kooperation mit studioNAXOS

Dauer: ca. 70 Minuten. Laufdistanz: ca. 3 km
Startpunkt: Willy-Brandt-Platz, Haupteingang der Oper
Tour "Der Rache nicht" starten

Infos zum Festival: www.bpb.de/pift2022/