Aktivist*innen blockieren Fliegerhorst Büchel

erstellt von IPPNW — zuletzt geändert: 2021-07-09T20:33:28+02:00
Heute haben Aktivist*innen die drei Tore des Fliegerhorstes Büchel blockiert. Durch die Aktion zivilen Ungehorsams haben sie ihrer Forderung nach einem Abzug der US-Atomwaffen sowie dem Beitritt der Bundesregierung zum UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen Ausdruck verliehen.

Der Grund ist die Doppelmoral der deutschen Außenpolitik: Die Bundesregierung erklärt die atomwaffenfreie Welt zu einem Ziel ihrer Außenpolitik, gleichzeitig stationiert Deutschland Atomwaffen, übt deren Einsatz und unterstützt die nukleare Abschreckung. Damit macht sich Deutschland unglaubhaft.

„Die Bundeswehr trainiert hier in Büchel den Abwurf von Nuklearwaffen. Dies ist völkerrechtswidrig und widerspricht den Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag. Mehr als 80% der Deutschen fordern den Abzug der Atomwaffen. Eine friedliche Sitzblockade ist ein legitimes Mittel, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen“, so David, der mit 15 Aktivist*innen die Hauptzufahrt zum Fliegerhorst versperrt hat.

Im Norden blockierte eine Gruppe von 15 weiteren Menschen mit einem Tripod das Tor. Aktivistin Anna aus der Gruppe: „Mit unserer bewussten Friedfertigkeit laden wir Soldat*innen und Polizei dazu ein, von ihren Möglichkeiten, Gewalt anzuwenden, keinen Gebrauch zu machen. Stattdessen sollten sie sich mit unserem berechtigten Anliegen auseinandersetzen. Wir wollen, dass keine Kampfflugzeuge mit Atombomben hier abheben, nicht heute und auch nicht morgen. Deutschland soll endlich dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten und sich international für Abrüstung einsetzen!“

Zur gleichen Zeit störte eine dritte Gruppe den Betrieb des Luftwaffenstützpunktes auch an der südlichen Zufahrt. „Der diesjährige Protest gegen Atomwaffen in Büchel ist genauso vielfältig wie die Menschen, die hier protestieren. Während die Theatergruppe unter dem Titel „We claim your space“ unseren Protest künstlerisch umsetzt, unterbrechen andere Aktivist*innen den militärischen Betrieb und eignen sich so zeitweise militärisch genutztes Gelände wieder an“, so Daniel von den Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Die Sitzblockaden wurden von der Polizei geräumt.

„Die Existenz von Atomwaffen bedroht die Menschheit. Nachhaltigen Schutz zukünftiger Generationen bietet nur eine atomwaffenfreie Welt. Deutschland als wichtiges NATO-Mitglied hat dabei eine Schlüsselrolle. Darauf haben wir mit unserer Aktion aufmerksam gemacht“, unterstreicht Maria, Aktivistin aus Lüneburg.

Der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (AVV) ist im Januar in Kraft getreten. Damit sind Atomwaffen unter internationalem Recht geächtet. Deutschland sowie die anderen NATO-Staaten boykottieren den Verbotsvertrag bisher und halten an der nuklearen Teilhabe fest.

Pressemitteilung 09.07.2021