AgR-Rückblick: Protestwoche der Querdenker

erstellt von Aufstehen gegen Rassismus RheinMain — zuletzt geändert: 2022-01-09T10:52:52+01:00
Wie bereits im Dezember waren wir von AgR RheinMain in der ersten Januarwoche 2022 hauptsächlich damit beschäftigt, auf die aktuellen Geschehnisse zu reagieren, denn für diesen Zeitraum waren quasi durchweg Aktionen unterschiedlicher Akteur*innen der verschwörungsideologischen Querdenken-Mischszene angemeldet. Ob in Heddernheim, Bockenheim, Höchst oder rund um die Innenstadt – letztlich waren bei dieser "Dauerprotest-Woche" mit täglichen Treffpunkten immer rechtsoffene Schwurbler*innen, Impfskeptiker*innen und Coronaleugner*innen mit demokratiefeindlicher Grundhaltung anzutreffen.

Wir stehen jedoch mit unseren Trägerorganisationen und befreundeten Gruppierungen im Kontakt und hoffen, mit ihnen zusammen eine gute Gegenstrategie entwickeln zu können. Daher sind wir in den jetzigen Zeiten, in denen die Querdenker*innen unzählige Versammlungen etc. anmelden, sehr dankbar, wenn zivilgesellschaftlich Aktive ihre Beobachtungen mit uns teilen.

Unsere Aktive versuchten dennoch, diese Entwicklungen so gut wie möglich zu erfassen, vor Ort mitzuverfolgen und unseren Widerspruch auszudrücken. Die Gesamtlage ist aus unserer Perspektive leider nur als unerfreulich zu bezeichnen. Wir konnten nämlich mit diesen Aktionen des Querdenken-Spektrums schlicht nicht so stark/zahlreich entgegentreten, wie wir es gerne gemacht hätten.  

So waren in Bockenheim (5.1.) etwa 90 Verschwörungsanhänger*innen bei 60 Gegendemonstrant*innen zu verzeichnen. Auch in Höchst konnte der Gegenprotest (6.1.) die QD-Demo zahlenmäßig nicht ausbremsen. Aber immerhin gelang es, den Umzug der Schwurbler*innen an drei Stellen entlang der Demoroute mit unseren Transparenten/Botschaften zu konfrontieren – und zwar v.a. an Stellen mit Publikumsverkehr und Polizeipräsenz.

Am Samstag (8.1.) konnte eine Kundgebung mit dem Titel "Für eine solidarische Coronapolitik und konsequenten Antifaschismus" organisiert und für einen kleinen Teilnehmendenkreis beim Ordnungsamt angemeldet werden; er fungierte in allererster Linie als Treff-/Koordinationspunkt. Es wurde die VVN-BdA-Ausstellung zum Neofaschismus samt Infostand aufgebaut, an dem auch AgR-Materialien verteilt wurden. Der angemeldete Demozug der Verschwörungsanhänger*innen war quasi in einem großen Kreis um den Opernplatz gelaufen, sodass Gegenprotestierende immer wieder dort zusammenfinden, zum Demozug "ausschwärmen" und die etwa 3200 "Spaziergänger*innen" im öffentlichen Raum begleiten konnten. 

Auch an diesem Tag kam es in Frankfurt erneut nachweislich zu einem Schulterschluss von Menschen aus dem esoterischen Milieu, bürgerlicher Mittelschicht sowie organisierten militanten Neonazis (gemäß Analyse der Symbole, Accessoires und Narrative, die an diesem Tag verwendet wurden).  

aus: Newsletter AgR RheinMain - KW 1/2022