Wir sitzen auf gepackten Koffern – Entfristung jetzt!

erstellt von Hochschulgewerkschaft unter_bau — zuletzt geändert: 2021-08-31T15:56:55+02:00
Protestaktion gegen prekäre Beschäftigung an der Universität
  • Wann 01.09.2021 von 11:45 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Gisèle-Freund-Platz (Eingang zum Campus Westend)
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

Die Gewerkschaften ver.di, GEW und unter_bau rufen zu einer gemeinsamen Kundgebung „Wir sitzen auf gepackten Koffern – Entfristung jetzt!“ am 01.09.2021 um 11:45 am Gisèle-Freund-Platz (Eingang zum Campus Westend, Goethe Universität Frankfurt) auf. Diese Veranstaltung läutet die diesjährigen Tarifverhandlungen des Landes Hessen ein.

Seit #ichbinHanna im Juni 2021 rücken prekäre Beschäftigungsverhältnisse an der Universität zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Unter diesem Hashtag berichten Beschäftigte aus dem wissenschaftlichen Mittelbau in den Sozialen Medien von ihren Erfahrungen. So ist dort beispielsweise zu lesen, dass durch Kettenbefristung eine längerfristige Lebensplanung für im Mittelbau Arbeitende kaum möglich sei, die Notwendigkeit, ständig Förderungsanträge zu schreiben, sie von der wissenschaftlichen Arbeit abhielte und sie gezwungen wären, regelmäßig ihren Lebensmittelpunkt zu verlagern. Auch in den nun startenden Tarifverhandlungen wird neben der Forderung nach einer Lohnsteigerung das Thema Befristungen an Hochschulen eine Rolle spielen.

Seit Anfang Januar organisieren sich bundesweit studentische Beschäftigte. Sie starteten die Kampagne „Keine Ausnahme! Für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen studentischer Beschäftigter“ und fordern Tarifverträge, Personalräte und angemessene Beschäftigungsverhältnisse. Die basisdemokratische Hochschulgewerkschaft unter_bau ist seit Beginn in diese Kampagne involviert. Hierzu Vera Laub, Pressesprecher*in von unter_bau: „Wir wollen zusammen mit den Kolleg*innen die Blockadehaltung der Tarifgemeinschaft der Länder, des Landes Hessens und der tarifautonomen Hochschulen gegen einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte durchbrechen. Die aktuelle Situation führt dazu, dass oftmals noch nicht mal gesetzliche Mindeststandards wie der Urlaubsanspruch eingehalten werden. Die Kolleg*innen sind mit sehr kurzen Vertragslaufzeiten konfrontiert und die Bezahlung ist den Lebenskosten in den Universitätsstädten nicht angemessen. Dass die ca. 300.000 studentischen Beschäftigten an den deutschen Hochschulen von der betrieblichen Mitbestimmung ausgeschlossen sind, ist ein Skandal.“ Wie ein studentischer Tarifvertrag aussehen könnte, ist am Beispiel Berlins zu sehen, dort gilt ein solcher schon seit Ende der 1970er und wurde 2018 erneuert.

Durch die angekündigte Kundgebung wird den Forderungen nach einer Entfristung des Mittelbaus, Tarifverträgen für studentische Beschäftigte und einer höheren Eingruppierung der Verwaltungsangestellten Ausdruck verliehen. Dazu Laub: “Gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften treten wir für eine Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen an der Universität ein. Als basisdemokratische Gewerkschaft verfolgen wir allerdings den Ansatz einer umfassenden Transformation der Hochschule, in der wir als an der Universität Arbeitende unsere Interessen selbst vertreten.”