Verdrängte Schuld: IG Farben und der Wollheim-Prozess

erstellt von AStA Universität Frankfurt — zuletzt geändert: 2019-12-24T15:42:15+02:00
Die Konfrontation der IG Farben i.L. mit ihrer NS-Vergangenheit im Wollheim-Prozess. Vortrag von Emilie Buchheister
  • Wann 27.01.2020 von 18:30 bis 20:30 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Café KoZ, Campus Bockenheim, Mertonstr. 26
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Ab 1942 unterhielt die I.G. Farben AG das Außenlager Monowitz, das ein Teil des Lagerkomplexes Auschwitz war. Auch Norbert Wollheim war hier inhaftiert. Nachdem ihm auf einem Todesmarsch die Flucht gelang, klagte er in den 1950er-Jahren gegen den Konzern.

Der Vortrag widmet sich den Verstrickungen der I.G. Farben in die Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus und dem Norbert-Wollheim-Prozess in den 1950er-Jahren. Dabei wird mit Blick auf den historischen Prozess der Umgang der IG Farben mit ihrer verdrängten Schuld beleuchtet und dargestellt, aus welchen Motiven heraus sich die Unternehmensverantwortlichen letztlich auf ein Entschädigungsabkommen einließen. Beispielhaft für die Großindustrie der Zeit, lassen sich aus dem Verhalten der IG Farben-Verantwortlichen während des Wollheim-Prozesses Schlüsse über die Vergangenheitsbewältigung im Nachkriegsdeutschland ziehen.

Emilie Buchheister wohnt seit ihrem Masterabschluss in Berlin, studierte zuvor Geschichte an der Goethe Universität Frankfurt und verfasste ihre Master Arbeit zum Thema I.G. Farben in Liquidation und dem Wollheim-Prozess. Sie arbeitete letzten Sommer fünf Monate in der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, welche seit dem Jahr 2000 die von der Industrie bis dahin vernachlässigten Zwangsarbeiter*innen der NS-Zeit entschädigte.

Mit Erinnerung gegen das Vergessen: Historie und Kontinuität des Nationalsozialismus in Frankfurt // Veranstaltungsreihe zum Gedenken und Erinnern 2019/20: Anlässlich des 27. Januars - dem Tag der Befreiung von Auschwitz und dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.