Schöne ordentliche Bilderwelt - Erziehung zum Wegsehen?

erstellt von Historisches Museum Frankfurt — zuletzt geändert: 2021-07-24T20:42:36+02:00
Führung durch die Ausstellung. Gezeigt wird der Nachlass des Fotografen Otto Emmel (geb. 1888-?), dessen Hauptwerk in die Zeit des NS fällt.
  • Wann 22.09.2021 von 14:00 bis 16:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Historisches Museum Frankfurt, Saalhof 1
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Das Projekt „Schöne ordentliche Bilderwelt – Erziehung zum Wegsehen?“ beleuchtet ausschnitthaft aus fotohistorischer Perspektive eine Epoche der Frankfurter Fotografie, die in ihrer manipulativen Struktur massiv war: die nationalsozialistische Bildberichterstattung.

Gezeigt wird der Nachlass des Fotografen Otto Emmel (geb. 1888-?), dessen Hauptwerk in die Zeit des NS fällt. Er veröffentlichte u.a. als Fotojournalist in der Frankfurter Zeitung. Die ausgestellten Motive Otto Emmels befassen sich mit dem urbanen, jungen Lebensalltag in der Stadt, den politischen und kulturellen Festereignissen, dem Sport und der Vereinskultur. Die Bilder zeigen die Interaktion des Menschen als Individuum oder als Gruppe im Stadtraum.

In welcher Form wurde die Stadtarchitektur für die ästhetische Formung nationalsozialistischer Ideologie genutzt? Welche Rolle spielten Fotograf*innen in diesem Prozess?

Einblicke in den NS-Alltag als Motive der Fotografie werden dabei aus unterschiedlichen Perspektiven hinterfragt, aus der auch wir als Betrachter*innen heute Bildmedien wahrnehmen: etwa der politischen, psychologischen, sozialen, emotionalen und künstlerischen Ebene. Wie erzeugten und lenkten die Bilder mit ihrer rhetorischen Funktion gesellschaftliche Diskussionen? Wie formierten sie die Darstellung von Alltag und gesellschaftlichem Leben im NS-System? Wie sprechen sie einzelne Betrachter*innen an? Was blenden sie aus?

Die Präsentation zeigt auch, wie kritische Zeitzeug*innen Funktionen und Formen des damals neuen Massenmediums Fotografie zu beschreiben versuchten.

Der Nachlass des Frankfurters Otto Emmel ist einer unter mehreren großen Nachlässen von Fotoberichterstatter*innen im Nationalsozialismus in Frankfurt, der im HMF aufbewahrt wird. Im Rahmen dieser Präsentation wird die Biografie Emmels soweit wie möglich rekonstruiert.

Die Ausstellung „Schöne ordentliche Bilderwelt – Erziehung zum Wegsehen?“ weist zugleich auf die am 9. Dezember 2021 eröffnende, umfassende Sonderausstellung im HMF „Frankfurt und der NS – Eine Stadt macht mit“ voraus.

Kuratorinnenführung mit Dorothee Linnemann

8 €/4 € Eintritt + 3 € Führung

Bis zu 25 Personen können an einer Führung teilnehmen, der Besuch des Museums ist nur mit einer medizinischen Mund-Nasen-Maske möglich.

Für die Führung ist eine Anmeldung beim Besucherservice des HMF erforderlich: Mo-Fr 10-16 Uhr
oder Tel. 069 212-35154 oder E-Mail: besucherservice@historisches-museum-frankfurt.de oder kaufen Sie online Ihr Ticket für diese Führung