Schluss mit der Bescheidenheit!

erstellt von Die Linke. im Römer — zuletzt geändert: 2020-10-13T10:52:19+01:00
Gleichbehandlung und Entgeltgleichheit in Frankfurt auf dem Prüfstand. Mit Andrea Jochmann-Döll, Forschungs- und Beratungsbüro GEFA (Gender.Entgelt.Führung.Arbeit)
  • Wann 22.10.2020 von 19:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Haus am Dom, Domplatz 3
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

Frauen verdienen im Schnitt noch immer weniger als Männer. Sie sind häufiger in Teilzeit, steigen seltener beruflich auf und müssen sich noch immer zwischen Kind und Karriere entscheiden. Nur 22 Prozent der Führungspositionen in öffentlichen Unternehmen sind weiblich besetzt. Und das obwohl Mädchen und Frauen im Schnitt höhere und bessere Bildungsabschlüsse erzielen als Männer.

Frauen arbeiten doppelt so oft in Teilzeit- oder Minijobs wie Männer. Und am Beispiel der Erzieher*innen zeigt sich: Berufe, in denen Frauen überrepräsentiert sind, sind in Entgeltsystemen und gesellschaftlich schlechter bewertet, was sich auch auf dem Gehaltszettel deutlich zeigt. So liegt das Durchschnittsgehalt von Erzieher*innen in Frankfurt rund 800 Euro unter dem Frankfurter Medianeinkommen, obwohl über 80 Prozent der Erzieher*innen weiblich sind.

Auf die Entgelt-Ungerechtigkeit der fehlenden gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit (Gender Pay Gap) machen Aktionstage wie der Equal Pay Day regelmäßig aufmerksam. Hier kann mit klaren statistischen Zahlen gearbeitet werden. Schwieriger wird es bei der Bewertung der gleichen Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Dazu braucht es Prüfinstrumente, mit denen die schwerer erkennbare mittelbare Diskriminierung aufgedeckt werden kann. Dies betrifft auch alle Entgeltsysteme, selbst wenn sie tariflich sind.

Und Frankfurt?

Eine Kleine Anfrage der LINKEN hat ergeben, dass die Stadt bisher keinerlei systematische Prüfinstrumente zur gerechten Bewertung von Tätigkeiten anwendet. Fehlt der politische Wille oder ist es Unkenntnis?

Auch bei der Besetzung von Führungspositionen durch Frauen sieht es in Frankfurt nicht gut aus: Frankfurt rangiert bundesweit im unteren Drittel vergleichbarer Städte. In den 41 öffentlichen Frankfurter Unternehmen sind gerade einmal 8 Top-Management-Positionen von Frauen besetzt (FIT-PUBLIC MANAGEMENT-STUDIE 2020). Wie kann das trotz Gleichstellungsplänen, Frauenbeauftragten und Gesetzen zum Schutz vor Diskriminierung sein?

Dr. Andrea Jochmann-Döll vom Forschungs- und Beratungsbüro GEFA (Gender.Entgelt.Führung.Arbeit) stellt uns Werkzeuge vor, die bei der Durchsetzung von Entgeltgleichheit und Gleichbehandlung hilfreich sein können: den eg-check (Entgeltgleichheits-Check) und den gb-check (Gleichbehandlungs-Check).

Für die politische Einordnung und Moderation sorgt Monika Christann von der Fraktion DIE LINKE. im Römer.

Der Einlass ist auf 45 Personen begrenzt.

Die Veranstaltung wird auch gestreamt auf www.dielinke-im-roemer.de/eg-check