Reform vs Revolution

erstellt von Café Kurzschlusz — zuletzt geändert: 2019-12-04T13:14:53+00:00
Zur Relevanz der marxistischen Theorie für die Soziale Arbeit. Buchvorstellung von und mit Tobias Kraus.
  • Wann 10.12.2019 von 19:00 bis 22:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Café Kurzschlusz, Kleiststr. 5 (FH, rotes Haus)
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Die Auseinandersetzung mit Marx und seiner Analyse der Politischen Ökonomie des Kapitalismus war in den 1970er Jahren (zu Beginn der Akademisierung Sozialer Arbeit) eine Selbstverständlichkeit. Waren damals noch viele davon überzeugt, dass Soziale Arbeit im (manche sprachen auch gegen den) Kapitalismus ihre ökonomischen und sozialstaatlichen Grundlagen kritisch hinterfragen muss, so hat sich im Laufe der Jahre immer stärker eine Sichtweise durchgesetzt, auf gesellschaftskritische Analysen verzichten zu können. Erst in jüngster Zeit zeigen sich wieder vermehrt Ansätze, marxistische Theorien für die Soziale Arbeit fruchtbar machen zu wollen.

Welche Relevanz hat marxistische Theorie heute für die Soziale Arbeit? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Tobias Kraus nutzt die Diskussion aus den 1970er Jahren als Anknüpfungspunkt für seine Argumentation. Aktuelle kritische Sozialarbeit wird dargestellt und als zu kurz gegriffen bezeichnet.

Das Buch arbeitet die Bedeutung heraus, die ein marxistisches Verständnis für Soziale Arbeit im gegenwärtigen Kapitalismus haben könnte. Würde sie dies konsequent umsetzen, müsste daraus eine veränderte Praxis mit progressiveren Zügen hervorgehen. Tobias Kraus macht Vorschläge, wie eine antikapitalistisch ausgerichtete Soziale Arbeit in ihren Grundzügen aussehen und wie in der konkreten Praxis vorgegangen werden könnte. Ebenso nimmt er mögliche Folgen und Probleme in den Blick.

Das Buch leistet einen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte in der Sozialarbeit und spricht insbesondere jene an, die Interesse daran haben, sich abseits breitgetretener Theoriepfade zu bewegen und offen sind für ein alternatives Selbstverständnis und neue Konzeptionen.