*online* „Deutsche Arbeit" und der NS

erstellt von AStA Universität Frankfurt — zuletzt geändert: 2020-06-23T16:32:18+02:00
Vortrag von Nikolas Lelle "ARBEIT MACHT FREI" im Rahmen der Reihe „Mit Erinnerung gegen das Vergessen“
  • Wann 24.06.2020 von 20:00 bis 21:30 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Livestream auf YouTube
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Am 22. März 1933 wurde in Dachau das erste systematisch aufgebaute Konzentrationslager im nationalsozialistischen Deutschland eröffnet. Bis zur Befreiung am 29. April 1945 war es durchgehend in Betrieb und bestand somit von allen KZs am längsten.

Anlässlich dieses Tages plante der AStA zwei Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Mit Erinnerung gegen das Vergessen“: Einen Vortrag zum Thema, sowie eine Führung über das Gelände der Großmarkthalle. So sollte ein weniger präsentes Datum ins Bewusstsein gerückt werden, welches den frühen Beginn der nationalsozialistischen Internierungs- und Vernichtungspolitik nur wenige Wochen nach der Machtübergabe verdeutlicht.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten beide Veranstaltungen leider kurzfristig abgesagt werden. Doch zumindest der geplante Vortrag mit Nikolas Lelle wird nun online nachgeholt:

Inmitten des Zweiten Weltkriegs rief in einer NS-Zeitschrift der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, den Deutschen zu: „Unsere Arbeit macht uns frei“. Er spielte damit auf die berühmteste KZ-Devise an: „Arbeit macht frei“. Sie wurde erstmals im KZ Dachau angebracht. Welche Bedeutung hatte die Devise? Wie wurde sie verstanden? Und in welchem Kontext steht sie zum nationalsozialistischen Selbstbild, wenn sie in abgewandelter Form die Volksgenoss_innen ansprechen sollte?

Der Vortrag wird von drei Erwiderungen auf diese KZ-Devise ausgehen, die von Überlebenden des KZ Buna-Monowitz formuliert wurden: von Jean Améry, Primo Levi und Tibor Wohl. Die Erwiderungen werden in dem Vortrag mit dem NS-Selbstbild kontrastiert. In welchem Verhältnis steht „Arbeit macht frei“ zur Wahnidee „deutscher Arbeit“?

Nikolas Lelle studierte Soziologie und Philosophie an der Goethe Universität Frankfurt. Seit 2015 promoviert er am Institut für Philosophie an der Humboldt Universität Berlin zu "Deutscher Arbeit" im Nationalsozialismus und im postnazistischen Deutschland.

Der (gestreamte) Vortrag findet in Kooperation mit der Initiative Studierender am IG Farben Campus statt.

Link zur Veranstaltung: https://youtu.be/EX3zwukpk2Q