*ONLINE* Anne Frank Tag 2020

erstellt von Bildungsstätte Anne Frank — zuletzt geändert: 2020-05-28T22:04:45+02:00
Digitale Veranstaltungen zu alter und neuer Judenfeindschaft - am 15. und 16. Juni 2020
  • Wann 15.06.2020 von 10:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo online
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

In diesem Jahr wird vieles anders sein, aber der Anne Frank-Tag 2020 wird trotzdem stattfinden: Als erster digitaler Anne Frank-Tag!

Bei zahlreichen Veranstaltungen möchten wir im Netz zusammenkommen und uns mit Ihnen gemeinsam online mit alter und neuer Judenfeindschaft auseinandersetzen – unter dem Motto „Es beklemmt mich doch mehr, als ich sagen kann …“. Diesen Satz schrieb Anne Frank in ihr Tagebuch, wenige Monate nachdem sie mit ihrer Familie vor dem Judenhass der Nationalsozialisten in das Amsterdamer Hinterhaus-Versteck geflohen war.

Heute ist die Situation für viele Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa wieder beklemmend. Lange vor dem rechtsextremen Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle im Oktober 2019 haben jüdische Organisationen auf ein Erstarken von Antisemitismus hingewiesen.

Gemeinsam möchten wir darüber nachdenken, was wir für ein gutes Zusammenleben ohne Antisemitismus oder andere Formen der Diskriminierung tun können.

  • Montag, 15. Juni

10 Uhr || Anne Frank über Judenfeindschaft

Das Tagebuch der Anne Frank wird von unzähligen Jugendlichen überall auf der Welt gelesen. Es ist ein Zeugnis der Verfolgung, Widerstand und den Gefahren von Antisemitismus während der NS-Zeit/Holocaust. Anne gibt uns einen Einblick darüber, wie sich die Feindschaft gegen Juden auf sie auswirkt. Fragen stellt sie sich und wie sind diese relevant für unsere Gegenwart? In diesem Webinar werden wir darüber reflektieren welche Bedeutung Anne Frank heute für uns hat und wie uns die Beschäftigung mit Anne Frank heute gegen Antisemitismus hilft.
2-stündige Einführung in das Thema Anne Frank und Antisemitismus; Angebot für Jugendliche und Schulklassen; Anmeldung: OFassing@bs-anne-frank.de
Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank

12 Uhr ||
HEIDI IN FRANKFURT – Ein Integrationstheater

Ist das mein Verein? Junge Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen, Zugehörigkeitsgefühlen und Orientierungen bewegen sich chorisch zwischen Heimatgefühlen, kulturellen Identitäten und den Fallstricken der Integration. Wo hört Heimat auf und fängt Nationalismus an? Was ist Identität und was identitär?
Das junge Schauspiel-Ensemble performed live Szenen in der Bildungsstätte und stellt dabei thematische Bezüge zur Ausstellung „Morgen mehr“ her. Ergänzt wird die Performance durch Ausschnitte aus einer Aufzeichnung in den Kammerspielen. Im Anschluss sprechen die Jugendlichen im Stream zu den inhaltlichen Fragen des Stückes.
Link zur Veranstaltung: https://www.youtube.com/playlist?list=PLQfxhx_DT6VUweFyVqgvewngu30FrWrxY

Im Anschluss an den Live-Stream:
Exklusives Gespräch für Schulklassen mit den Protagonist*innen, Martina Droste (Leiterin des Jungen Schauspiel Frankfurt) und Saba-Nur Cheema (Leitung Pädagogik, Bildungsstätte Anne Frank).
Anmeldung an: OFassing@bs-anne-frank.de
Veranstalter: Junges Schauspiel Frankfurt

16 Uhr ||
Verschwörungsmythen und Antisemitismus

Podiumsgespräch mit Prof. Michael Butter (Literatur- und Kulturwissenschaftler, Eberhard Karls Universität Tübingen), Veronika Kracher (Soziologin und Journalistin) und Tom Uhlig (Psychologe, Bildungsstätte Anne Frank). Moderation: Anne Baier (Hessischer Rundfunk).
Der Corona-Virus nichts weiter als ein Hoax? Die Corona-Maßnahmen ein von dunklen Mächten geplanter Schritt in die globale Diktatur? Die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie werden weltweit gelockert, die Verschwörungsmythen nehmen zu. Mit ihrer Tendenz zu einfachen Erklärungen und Schuldzuweisungen knüpfen sie an antisemitische Weltbilder an. Neben offen judenfeindlichen Äußerungen auf den sogenannten Hygienedemos und systematischen Verunglimpfungen von Bill Gates, dienen die derzeitigen Proteste auch der politischen Mobilisierung. Dabei kommt es immer wieder zu geschichtsrevisionistischen Äußerungen, etwa indem sich Impfgegner*innen mit angesteckten „Judensternen“ als Opfer systematischer Verfolgung stilisieren. Die Gesprächsveranstaltung geht diesem Zusammenhang von Verschwörungsdenken, Antisemitismus und rechten Mobilisierungsstrategien nach – und thematisiert, was man all dem entgegensetzen kann.
Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank und Jüdisches Museum Frankfurt / Museum Judengasse
Link zur Veranstaltung: https://www.youtube.com/playlist?list=PLQfxhx_DT6VUweFyVqgvewngu30FrWrxY

18:15 Uhr || Ehrung von Anne Frank

Videobotschaften und Podium mit Hannah Pick-Goslar (Holocaust-Überlebende und Freundin von Anne Frank), Uwe Becker (Beauftragter für Antisemitismus der Hessischen Landesregierung), Oberbürgermeister Peter Feldmann (angefragt), Prof. Dr. Mirjam Wenzel (Direktorin des Jüdischen Museum Frankfurt), Dr. Meron Mendel (Direktor Bildungsstätte Anne Frank), Michael Siebold (Rechtsanwalt). Moderation: Dr. Stefan Söhngen (Vorsitzender Montagsgesellschaft e.V.).
Anlässlich des Anne Frank Tages würdigt die Montagsgesellschaft
die in Frankfurt geborene und bis 1933 hier aufgewachsene Anne Frank. In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und der Kanzlei Arnecke Sibeth Dabelstein.
Online verfügbar auf dem Youtube-Kanal der Montagsgesellschaft.
Veranstalter: Montagsgesellschaft e.V.

19.30 Uhr ||
Judenhass im Netz

Vortrag und Podium mit Sascha Lobo (Autor und Digitalexperte), Justus von Daniels (Chefredakteur CORRECTIV) und Ingrid Brodnig (Journalistin und Autorin). Moderation: Karolin Schwarz (Journalistin und Faktencheckerin).
Verschwörungstheorien, Hate Speech, Morddrohungen: Antisemitismus und Rassismus vergiften die Debattenkultur im Internet und führen zu realer Gewalt. Der Attentäter von Halle etwa inszenierte seine Hasstat wie ein Videospiel und übertrug sie per Live-Stream ins Internet, wo er in Gaming-Foren seine antisemitischen und rassistischen Motive offenlegte.
Am Anne Frank-Tag wird Autor Sascha Lobo in einem Vortrag über „Judenhass im Netz“ sprechen. Anschließend diskutieren er und weitere Digitalexpert*innen darüber, was sich Hass und rechter Radikalisierung im Netz entgegensetzen lässt.
Veranstalter: Bildungsstätte Anne Frank, Jüdische Gemeinde Frankfurt, DGB Region Frankfurt Rhein Main, Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach
Link zur Veranstaltung: https://www.youtube.com/playlist?list=PLQfxhx_DT6VUweFyVqgvewngu30FrWrxY