Neoliberal!

erstellt von Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V. — zuletzt geändert: 2019-11-16T15:32:48+02:00
Vortrag, Diskussion, Barabend
  • Wann 10.12.2019 von 20:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Mousonturm, Waldschmidtstr. 4
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Neoliberal können Ideen, politische Programme und Reformen sein – und das seit achtzig Jahren, auch wenn die gesellschaftlichen Transformationen, die als neoliberal kritisiert werden, eher in das Ende des zwanzigsten Jahrhunderts fallen. Doch indem neoliberale Sozialordnungen bestimmte Selbstverhältnisse hervorbringen, offenbaren sie auch eine subjektive Seite: Ihren Gestaltungswillen richten die Individuen heute weniger auf die soziale Ordnung und die politischen Verhältnisse, sondern zunehmend auch auf den eigenen Körper und die eigenen Gefühle, auf ihr Konzentrationsvermögen, ihr moralisches Bewusstsein und ihr Konsumverhalten.

Darin, Gegebenes nicht als natürlich zu akzeptieren, sondern als veränderbar zu begreifen, treffen sich viele dieser Praktiken mit progressiven Idealen. Wie dieses Aufeinandertreffen zu verstehen ist – als Vereinnahmung fortschrittlicher Ideen oder als Komplizenschaft von progressiven Idealen mit dem Neoliberalismus – diskutiert die Soziologin Greta Wagner in einem Vortrag der Reihe Böll Analytics.

Greta Wagner ist promovierte Soziologin aus Frankfurt am Main und lehrt Soziologie an der TU Darmstadt. Bis Juni 2019 forschte sie am Institute for Advanced Study in Princeton. Sie publiziert zu den Themen Selbstoptimierung und Erschöpfung und arbeitet aktuell an einem Projekt zu den Ambivalenzen des Helfens in einer ungleichen Welt. Bei Campus erschien ihr Buch „Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement“ (2017). Sie ist Mitherausgeberin von „Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft“ und Co-Autorin von „Vom überforderten zum achtsamen Selbst?“, in dem Band „Das überforderte Subjekt. Zeitdiagnosen einer beschleunigten Gesellschaft“, die beide bei Suhrkamp erschienen sind.