Lange Lesenacht

erstellt von P.A.C.K. — zuletzt geändert: 2019-09-25T13:21:18+02:00
mit leckerem Buffet im Rahmen der GegenBuchMasse 2019.
  • Wann 19.10.2019 von 19:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo ExZess, Leipziger Str. 91
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

19:45 UHR
Edition Mezopotamya
Gemeinschaftsedition gegen Zensur
Vertreter*innen der Verlage, der kurdischen Bewegung und der Herausgeber*innen stellen das Projekt vor.
Medienschaffende gegen politische Zensur und die Einschränkung der Meinungsvielfalt. Im Februar 2019 ist der in Neuss ansässige Mezopotamien Verlag durch das Bundesinnenministerium verboten worden. Ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der BRD: Der Verlag wurde zu einer Teilorganisation der in Deutschland verbotenen PKK erklärt, alle seine Medien beschlagnahmt. Der Verlag veröffentlichte Literatur zur kurdischen Geschichte und Politik, darüber hinaus Romane, Kinder-, Wörter- und Lehrbücher. Kein Titel ist jemals rechtlich beanstandet oder gar verboten worden – und dennoch sind sie beschlagnahmt worden. Das ist politische Zensur „durch die Hintertür“, ein nicht hinnehmbarer Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Publikationsfreiheit.
Der Herausgeber*innenkreis tritt nun mit dieser Edition der Zensur des deutschen Bundesinnenministeriums entgegen und legt einen Teil des deutschsprachigen Programms aus dem Mezopotamien Verlag erneut auf. Die Titel erscheinen in einer Gemeinschaftsedition der Verlage edition 8 (CH), Mandelbaum Verlag (Ö) und Unrast Verlag (D).

20:30 UHR
»Als ich nach Deutschland kam«
Gespräche über Vertragsarbeit, Gastarbeit, Flucht, Rassismus und feministische Kämpfe
Lesung mit International Women* Space.
Welche Erfahrungen machen Migrantinnen und geflüchteten Frauen beim Ankommen in Deutschland? Wie erleben sie das Arbeiten und Leben in Deutschland sowie die Möglichkeiten einer politischen Organisierung als Frauen?
Die Buchvorstellung vermittelt Einblicke in Gespräche, die Frauen unterschiedlicher Generationen auf der Konferenz „Als ich nach Deutschland kam“ über Migration, Rassismus, feministische Kämpfe und Selbstorganisierung geführt haben. Die Frauen sind Geflüchtete, Migrantinnen, nichtweiße Deutsche, Ossis und Wessis, Illegalisierte, Arbeiterinnen, Akademikerinnen, Künstlerinnen, Aktivistinnen.
Die Gespräche geben Einblicke in die Biografien, die Communities und die solidarischen Zusammenschlüsse dieser Frauen. Ihre Erfolge und ihr Widerstand weisen den Weg für den gemeinsamen feministischen Kampf.

21:10 UHR
Mujeres Libres
Libertäre Kämpferinnen
Lesung mit Vera Bianchi und Renée Steenbock.
Die Gruppe Mujeres Libres (Freie Frauen) gründete sich kurz vor dem Spanischen Bürgerkrieg; in der revolutionären Situation schlossen sich seit Juli 1936 über 20.000 Frauen, zumeist Arbeiterinnen, in mehr als 160 Ortsgruppen zusammen. Sie gaben eine Zeitschrift heraus, organisierten Bildungs- und Ausbildungskurse, unterstützten die Front und schufen Zentren zur Abschaffung der Prostitution.
Die Mujeres Libres begriffen sich als eigenständige Gruppe innerhalb der libertären Bewegung, sie wurden jedoch von den anderen drei libertären Organisationen, der CNT (Confederación Nacional del Trabajo), der FAI (Federación Anarquista Ibérica) und der Jugendorganisation FIJL (Juventudes Libertarias), nicht als gleichberechtigte Organisation anerkannt.
Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um die Übersetzung eines 1999 von ehemaligen Mujeres Libres-Mitgliedern auf spanisch herausgegebenen Sammelbandes, der sowohl Texte aus dem Spanischen Bürgerkrieg als auch spätere Erinnerungen der Frauen enthält.

21:50 UHR
Hinterwald
Lesung mit Lissbeth Lutter.
Ein Dorf in den bayerischen Alpen. Die Einwohner leben von Touristen und den Soldaten, die in der Gebirgsjägerkaserne am Ortsrand stationiert sind. Den Auftakt der Sommersaison bildet stets das Pfingstwochenende, wenn tausende Soldaten und Veteranen zum Totengedenken anreisen.
Doch in diesem Jahr fallen ungebetene Gäste ein: Antifaschist*innen, die auf die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg aufmerksam machen wollen. Die Situation eskaliert. Biergläser und Fäuste fliegen, die Polizei mobilisiert ein Großaufgebot. Kurz darauf wird ein Aktivist ermordet. Eine Lokaljournalistin wittert ihre Chance auf eine große Story und macht sich auf die Spur der Aktivist*innen und der Geschichte der Gebirgsjäger.
Nach und nach muss sie erkennen, dass sich hinter der idyllischen Fassade ihres Heimatortes ein Abgrund an Mord und Vertuschung verbirgt. Ihr Leben gerät ins Wanken und sie selbst in tödliche Gefahr.

22:30 UHR
Fighting for spaces, Fighting for our lives
Squatting Movements today
Lesung mit Squatting everywhere kollective (SqEK).
While waves of repression against squatters seem to spread across many places, some squatted social centres manage to persist and new occupied zones arise – successfully defended through public mobilization and widespread solidarity, alongside militant action. At the same time, squatting has seen a rebirth as a tool of radical praxis in movements fighting against the rising number of evictions and foreclosures during the financial crisis, facing the policies of racism and creating open spaces for refugees, migrants and people of colour.
The book provides glimpses into a diverse and multi-faceted movement, with accounts from local struggles, experiences of repression and stories of collective forms of life which have grown out of squatted spaces in various cities and countries throughout the world, including accounts from Rio de Janeiro, Istanbul, Seattle and Australia.

23:10 UHR
Erwachsen
Lesung mit Jasper Nicolaisen.
Als sein Ehemann bei einem Autounfall stirbt, stellt Thomas sein ganzes Leben infrage. Redet er als Agenturleiter den ganzen Tag bloß dummes Zeug? Hat er mit seinem Vater in der Kindheit wirklich einen Vampir gesehen? Und war er vielleicht schon immer bisexuell? Zu allem Überfluss muss Thomas’ Sohn gerade jetzt von seinen Müttern abhauen – mit der Freundin quer durch die Nacht, ausgerechnet zum Opa, wo noch immer alle untoten Schrecken lauern …
Erwachsen ist eine Regenbogen-Familiensaga im Almodóvar-Format. Humorvoll und emotional erzählt Jasper Nicolaisen von Abschied und Neubeginn, Vätern und Söhnen, echten und eingebildeten Monstern und den vielfältigen Wegen der Liebe. „Ein Buch, von dem man adoptiert werden möchte!“ (Margarete Stokowski)

GegenBuchMasse 2019
Jedes Jahr wird auf der Frankfurter Buchmesse tonnenweise frisch bedrucktes Papier präsentiert. Wir wollen linken Autor­Innen und Verlagen ein Forum für kritische Gedanken bieten.

Eintritt frei! Spenden schärfstens erwünscht.