Kurdistan und die arabische Revolution

erstellt von Marx21 Hessen — zuletzt geändert: 2019-11-29T22:11:55+02:00
Vortrag von Peshra Mohammed und Klaus Henning.
  • Wann 06.12.2019 von 19:00 bis 22:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Bildungsraum, Schönstr. 28
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Die Geschichte des kurdischen Volkes ist eine Geschichte des Kampfes um nationale Unabhängigkeit. Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis heute gab es rund zwei Duzend größere Aufstände, in denen Kurdinnen und Kurden versuchten, ihr nationale Selbstbestimmung zu erringen.

Jetzt droht in Nordsyrien/Rojava abermals die Hoffnung auf eine erfolgreiche nationale Befreiung zerschlagen zu werden. Nachdem die USA den Abzug ihrer Truppen aus Nordostsyrien angekündigt hatte, startete die türkische Armee eine militärische Operation im Nordosten mit Bombardierungen und Einmarsch im syrischen Grenzgebiet. Es ist zu befürchten, dass Im Kampf der verschiedenen Mächte – der Großmächte und der regionalen Mächte um Einfluss und Kontrolle in Syrien, das Projekt Rojava untergeht.

Ohne revolutionäre Bündnispartner sahen sich die Kurdischen Kräfte in einem durch und durch militarisierten Umfeld zu allerhand Manövern gezwungen. Stets waren sie auf der Suche nach militärischen Zweckbündnissen – mit dem Assad-Regime, mit Russland und mit den USA.

Wie konnte es dazu kommen? Gab es in den arabischen Revolten von 2011 keine gemeinsamen Perspektiven der Befreiung? Könnten heute, angesichts der aufsteigenden Protestwelle gegen die Herrschenden in Libanon, Ägypten, Irak, Sudan, Algerien, solche Perspektiven wieder entstehen? Was wäre die Aufgabe von Sozialisten in Deutschland?

Referenten:
Peshra Mohammed (Journalist und Übersetzer, führender Aktivist des Socialist Review Center in irakisch-Kurdisten)
Klaus Henning (Politikwissenschaftler, lebt und arbeitet in Berlin)