In Gedenken an Blanka Zmigrod

erstellt von Initiative 7. Oktober — zuletzt geändert 2024-02-15T22:47:15+02:00
Kundgebung gegen rechten Terror
  • Wann 22.02.2024 ab 18:00 Uhr (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Kettenhofweg / Ecke Niedenau
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In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1992 wurde die Holocaust-Überlebende Blanka Zmigrod auf dem Heimweg zur ihrer Wohnung im Frankfurter Westend von einem schwedischen Neonazi erschossen. Wir wollen den anstehenden Jahrestag zum Anlass nehmen, um Blanka Zmigrod zu gedenken und gegen rechten und antisemitischen Terror zu demonstrieren.

Blanka Zmigrod überlebte als Jüdin mehrere Konzentrationslager und migrierte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Tel Aviv, bevor sie im Jahr 1960 zusammen mit ihrem Lebensgefährten ins Rhein-Main-Gebiet übersiedelte. Ab 1991 arbeitete Zmigrod neben ihrer Rente als Garderobiere in einem Frankfurter Restaurant.

Dort traf sie auf ihren späteren Mörder, einen gesuchten schwedischen Rechtsterroristen. In Schweden hatte er zuvor aus rassistischen Motiven auf elf Menschen geschossen, wodurch eines der Opfer, Jimmy Ranjbar, seinen Schusswunden erlag. Der Täter bezichtigte Zmigrod seinen Taschencomputer entwendet zu haben, beleidigte sie rassistisch und drohte ihr am Vorabend des Mordes.

Obwohl der Täter schon früh ins Visier der Ermittlungsbehörden geriet, wurde ein Gerichtsverfahren gegen den Rechtsterroristen erst 25 Jahre nach der Tat eröffnet. In den Fokus der Öffentlichkeit geriet die Tat sowie der Täter im Zuge der Selbstenttarnung des NSU. Er tauchte um die Jahrtausendwende namentlich in einem Field Manual der neonazistischen Bewegung ‚Blood and Honour‘ als Positivbeispiel für sogenannten führerlosen Widerstand auf, das wohl auch dem NSU als Vorbild diente.

Seit dem Prozess 2017 forderten Antifaschist*innen die Umbenennung des Kettenhofwegs in Blanka Zmigrod Straße und die Aufnahme des Mordfalls in die Statistik zu rechter Gewalt aufzunehmen. Auf Bestreben Ruben Gerczikows wurde im Jahr 2022 eine Gedenktafel an der Kreuzung installiert, die mit einem Zitat Zmigrods an diese erinnert: „Meine Genugtuung, für das, was mir die Nazis angetan haben, ist zu überleben und so gut und so lange wie möglich zu leben.“

Um dieser Erinnerung wachzuhalten, rufen wir zur Gedenkkundgebung auf.

Blanka Zmigrod unvergessen!