Geographien der Gewalt

erstellt von Haus am Dom — zuletzt geändert: 2019-04-30T14:24:44+00:00
Internationaler Kongress zu Gewalt, Macht & Widerstand in Lateinamerika, 13.-15. Juni 2019.
  • Wann 13.06.2019 ab 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Haus am Dom, Domplatz 3
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Von „Drogenkriegen“ und „Bandenkriegen“ über Feminizide und Morde an Journalist*innen und Aktivist*innen bis zur martialischen Rhetorik Bolsonaros: In Teilen Lateinamerikas hat die Gewalt eine scheinbar unaufhaltsame Eigendynamik entwickelt. Die Grenzen zwischen dem Legalen und Illegalen, zwischen Staat und organisierter Kriminalität, verrechtlichtem und rechtlosem Leben verschwimmen, gleichzeitig werden demokratische Institutionen ab- und Militär- und Polizeiapparate ausgebaut.

Im Gegensatz zur politischen Gewalt des vergangenen Jahrhunderts hat diese neue Gewalt jedoch keine klar erkennbaren Schaltzentren und oft kein erkennbares Ziel. Sie ist zugleich expliziter und undurchschaubarer, lokaler und globaler: scheinbar jede*r kann ihr Akteur oder Opfer sein, scheinbar überall. Und niemand – kein Unternehmen, keine Organisation, kein Staat – ist verantwortlich für sie.

Zugänge und Fragestellungen

Feministische Praxis und Theorie bieten oft die fruchtbarsten Ansätze für eine emanzipatorische internationalistische Politik und zum Verständnis der derzeitigen sozialen Konflikte. Sie sind für die Analyse der Geographien der Gewalt zentral, weil sie die existierenden Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ebenen der sozialen und politischen Realität – vom Körper bis zum Globalen – kritisch hinterfragen und gleichzeitig neue, andere Beziehungen imaginieren und hier und jetzt hervorbringen. Feministische Perspektiven auf die Gewalt bestimmen deshalb den Kongress und die dazugehörigen Publikationen. 

Wie, wo und von wem werden Macht und Gegenmacht heute organisiert und ausgeübt? Welche Rolle spielt dabei die Gewalt? Welche Verbindungen bestehen zwischen ihren historisch und geographisch oft sehr unterschiedlichen Äußerungen? Wer sind die Subjekte, was die Objekte dieser Gewalt? Wie können wir über sie sprechen, wie sie darstellen? Und: was dagegen tun?

An wen sich der Kongress richtet

Der Kongress Geographien der Gewalt bietet Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen, Journalist*innen u.a.m. aus dem Globalen Süden und Norden sowie all jene, die sich erstmals mit den hier besprochenen Themen und der lateinamerikanischen Region annähern wollen, einen Raum für einen kritischen Dialog über die gegenwärtigen Tendenzen und Strategien der Abgrenzung, Ausbeutung und Herrschaft und neue, kreative Formen des Widerstands. Uns interessieren insbesondere die weltweiten Zusammenhänge der Gewalt, wie auch ihre räumliche Differenzierung.

Alle Podien finden auf Spanisch mit simultaner Übersetzung ins Deutsche statt.

Unkostenbeitrag: 25 € für Erwerbstätige, 10 € für Azubis und Studierende, 1 € für Erwerbslose & Sozialhilfeempfänger*innen.

Anmeldung bis 12. Mai 2019: geographien-der-gewalt.com/anmeldung-infos-kontakt

Mit freundlicher Unterstützung von Rosa-Luxemburg-Stiftung, Goethe-Universität und Haus am Dom.