Gegen jeden Antisemitismus – in Offenbach und überall

erstellt von L OS! Offenbach Solidarisch — zuletzt geändert: 2021-12-03T11:20:41+01:00
Kundgebung. Wir stellen uns entschieden gegen jeden Antisemitismus, Faschismus, Geschichtsrevisionismus, Rassismus und jegliche antisemitische Querfront!
  • Wann 10.12.2021 von 13:00 bis 16:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Mathildenplatz, Offenbach
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

Seit der Corona-Krise kommt es vermehrt zu Protesten gegen die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Bei diesen Protesten spielen mal eher subtile antisemitische Deutungen aber auch explizit artikulierter Antisemitismus eine zentrale Rolle. Mal ist es Post-Shoa-Antisemitismus – etwa durch das Tragen von gelben Sternen und den Selbstvergleichen von Impfgegner:innen mit den vom NS verfolgten Jüdinnen und Juden und Widerstandskämpfer:innen – oder aber das stets mit neuem Anstrich versehene aber eigentlich uralte Narrativ einer angeblichen “jüdischen Weltverschwörung” bei Q-Anon, #pizzagate oder George Soros, der angeblich von ihm gesteuerten „Umvolkung“.

Antisemitismus ist der Kitt der Querdenken-Bewegung. 

Das ist nicht verwunderlich, da antisemitische Deutungen die Grundlage jeder verschwörungsideologischen Behauptung darstellen. Dabei wird eine angebliche kleine aber global vernetzte Elite für alles Böse auf der Welt verantwortlich gemacht. Verschwörungsideolog:innen bieten so einfache Antworten auf komplizierte gesellschaftliche Zusammenhänge.

Antisemitische Projektionen kommen in jedem gesellschaftlichen/politischen Spektrum vor. Sie dienen einerseits zur Aufwertung der eigenen Gruppe und bieten andererseits einfache Lösungen auf komplizierte Problemlagen, indem sie tatsächliche oder vermeintliche Jüdinnen und Juden für diese verantwortlich machen.

Antisemitismus ist der Kern rechter Ideologie und in Deutschland eine Kontinuität des faschistischen Gedankengutes. Zuletzt wurde das in Offenbach deutlich, wo in der Nacht vom 11. auf den 12. November große Teile der Innenstadt mit antisemitischen und faschistischen Symbolen beschmiert wurden. Dabei wurde auch ein Bezug zur Corona-Pandemie gezogen. Ob AfD-Mitglieder, TattooLaden oder organisierte Faschist:innen wie Franco A. – in Offenbach wohnen viele Menschen mit extrem rechter Gesinnung. 

Ihr habt hier keinen Platz und die Straße gehört uns!

Wir dulden keine Nazi-Propaganda und keine antisemitischen Schmierereien!

Seit Beginn der Corona-Pandemie radikalisiert sich die Querdenken-Bewegung fortlaufend. Dabei gehen Personen aus der bürgerlichen Mitte gemeinsam mit gefestigten Faschos und Vertreter:innen der extremen Rechten sowie Personen aus dem esoterisch-verschwörungsideologischen Milieu auf die Straße. 

Wir stellen uns entschieden gegen jeden Antisemitismus, Faschismus, Geschichtsrevisionismus, Rassismus und jegliche antisemitische Querfront!

Im Frühling 2021 wurde Israel erneut Ziel von Angriffen der terroristischen Hamas. Daraufhin eskalierte in Deutschland, wie bereits 2014, der Antisemitismus von diversen antiimperialistischen Gruppierungen, in Form von explizit israelbezogenem Antisemitismus: Bundesweit wurden antisemitische Parolen auf Demos gerufen, die die Vernichtung des israelischen Staates forderten und auch Angriffe auf Synagogen blieben nicht aus. Auch der Antisemitismus, innerhalb sich selbst als links positionierter Gruppen, stellt ein großes Problem dar. Antisemitische Deutungen sind untrennbarer Bestandteil der Geschichte und Gegenwart der antiimperialistischen Bewegung in Deutschland. Es wird ein, dem eigenen Selbstverständnis nach, linker Befreiungsnationalismus propagiert, der meist doch bloß ein antisemitisches Gut-Böse-Schema zu zeichnen vermag und in seiner Analyse globaler komplexer Konflikte, in denen verschiedenste geopolitische Interessen eine Rolle spielen, Israel als alleinigen Aggressor eines “guten” palästinensischen Volks ausmacht.

Auch und besonders im RheinMain Gebiet und in Frankfurt ist heute eine strikte Abgrenzung von antisemitischen Gruppen innerhalb der (radikalen) linken Bewegung notwendig! Leider ist zur Zeit oft das Gegenteil zu beobachten.

Kein Kuscheln mit Antisemit:innen, Faschist:innen oder Rassist:innen