Für ein Ende der Besatzung und des Krieges in Efrîn

erstellt von Defend Rojava Rhein Main — zuletzt geändert: 2019-08-09T15:08:16+00:00
Demonstration: Schluss mit Vertreibung! Fluchtursachen bekämpfen!
  • Wann 10.08.2019 ab 14:30 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Hauptbahnhof, Kaisersack
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Der kurdische Dachverband NAV-Dem e.V. ruft an diesem Tag zu einer Demonstration zur Beendigung der Besatzung und der Repression durch das türkische Militär in Efrîn (Nord-Syrien/Rojava) auf.

Während die türkische Regierung mit ihren Luft- und Bodentruppen Zivilist_innen in Efrîn tötete, sahen die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die USA und Russland den Massakern und Kriegsverbrechen, die oftmals dokumentiert und veröffentlicht wurden, tatenlos zu. »Was in Efrîn auf uns niedergeregnet ist, waren die Bomben der NATO«, sagte der außenpolitische Sprecher der PYD, Salih Muslim, und erklärte: »Bei der Invasion in Efrîn haben alle geschwiegen. Sechzig Tage lang wurden NATO-Bomben auf uns abgeworfen, wir wurden mit NATO-Waffen angegriffen. Das war ein Verstoß gegen die Regeln der NATO und der Vereinten Nationen, aber niemand hat etwas dagegen unternommen.«

Mit ihrer Haltung ebnete die internationale Gemeinschaft der Besatzung den Weg und unterstützte sie. Mit der Öffnung des Luftraums über Efrîn ist Russland Komplize der ersten Stunde. Durch ein schmutziges Abkommen zwischen der russischen und der türkischen Regierung wurden in Efrîn aus Ghouta evakuierte »sogenannte Dschihadisten« und ihre Familien angesiedelt, die heute den Großteil der Bewohner_innen stellen.

Die türkische Besatzungsmacht vertreibt seit vergangenem Jahr systematisch diejenigen Kurd_innen, die trotz der Militärinvasion im nordsyrischen Kanton verblieben sind. Deren zwangsgeräumte Häuser werden Dschihadist_innenfamilien aus Ghouta, Hama, Latakia und Idlib überlassen.

In den Bezirken nahe der türkischen Grenze wurden fast ausschließlich Islamist_innen untergebracht, die in direktem Auftrag Ankaras handeln. So ließe sich behaupten, dass diese Orte schon jetzt Teil der Türkei sind. Bis heute verändert die türkische Regierung vor den Augen der internationalen Öffentlichkeit die demografische Zusammensetzung der Region und verstößt so gegen Völkerrecht und begeht zudem weiterhin Kriegsverbrechen. Vor der Invasion bildeten die Kurd_innen mit 95 Prozent die Bevölkerungsmehrheit in Efrîn, heute sind es nur noch rund 25 Prozent. Derartige Vertreibungen sind international geächtet.

»Der Widerstand geht weiter. Aber ich möchte es kurz halten: Wer die Türkei zur Besatzung motiviert und unterstützt hat, der oder die soll sie auch zum Rückzug bringen. Wer die Besatzung nicht beendet und nicht freiwillig geht, den werden andere Wege, Aktionen und Widerstand dazu bewegen. Die Türkei muss sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen.« - Aischa Issa Hesso, PYD Co-Vorsitzende

Veranstalter: Defend Rojava Rhein Main und JXK & YXK Frankfurt