Film: Meinen Freunden zum Abschied

erstellt von Filmmuseum — zuletzt geändert 2022-01-27T20:22:16+01:00
Der Dokumentarfilm schildert das kurze Leben des Frankfurter Verlegersohns Ernst Ludwig Oswalt, genannt ‚Lux‘, der am 11. Juni 1942 ins Vernichtungslager von Majdanek oder Sobibor verschleppt wurde. Zu Zu Gast: Regisseur Heiko Arendt und Ruth C. Oswalt (Schauspielerin und Nichte von Ernst Ludwig Oswalt)
  • Film: Meinen Freunden zum Abschied
  • 2022-02-03T20:15:00+01:00
  • 2022-02-03T23:59:59+01:00
  • Der Dokumentarfilm schildert das kurze Leben des Frankfurter Verlegersohns Ernst Ludwig Oswalt, genannt ‚Lux‘, der am 11. Juni 1942 ins Vernichtungslager von Majdanek oder Sobibor verschleppt wurde. Zu Zu Gast: Regisseur Heiko Arendt und Ruth C. Oswalt (Schauspielerin und Nichte von Ernst Ludwig Oswalt)
  • Wann 03.02.2022 ab 20:15 Uhr (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Filmmuseum, Schaumainkai 41
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Der Film "Meinen Freunden zum Abschied" begibt sich auf die Spurensuche von Ernst Ludwig „Lux“ Oswalt, der am 11. Juli 1922 in Frankfurt am Main geboren und 1942 als Opfer der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“ von Frankfurt aus in den Osten verschleppt wurde, wo sich seine Spur in der Nähe von Lublin für immer verliert. Vermutlichwurde der neunzehnjährige in das Vernichtungslager Sobibor oder zur Zwangsarbeit nach Majdanek deportiert.

Als zweiter Sohn des Verlagsbuchhändlers Ernst Ludwig Oswalt und dessen Frau Wilhelmine Oswalt wurde Lux, ebenso wie sein zwei Jahre älterer Bruder Heinrich, protestantisch getauft und war in seinem späteren Leben in der Kirchengemeinde St. Peter als Jungscharführer engagiert.

Ernst Ludwig Oswalt, besucht die Musterschule im Frankfurter Nordend. Als einer der letzten Schüler mit jüdischen Wurzeln, wurde er im Rahmen der nazistischen Repressionen 1938 der Schule verwiesen und konnte seine Schulausbildung nicht mit dem Abitur abschließen. Nachdem seine Mutter Wilhelmine Oswalt 1938 an Leukämie gestorben war, lebte Ernst Ludwig „Lux“ Oswalt mit seinem Vater zuletzt in der Bettinastraße 48 im Frankfurter Westend. Der Vater, als jüdischer Verleger der Leitung seines Verlages Rütten und Loening beraubt und zur Untätigkeit verurteilt, wurde nach einer Vorladung bei der Geheimen Staatspolizei und einigen Wochen Haft, weil er angeblich den Judenstern nicht nicht vorschriftsmäßig getragen hatte, im Juni 1942 in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt, wo er am 30.Juni 1942 im Alter von 65 Jahren starb.

Lux Oswalt, der seit 1941 Zwangsarbeit in verschiedenen Frankfurtern Betrieben leisten musste, verbrachte die letzten Wochen vor seiner Deportation ohne seinen inhaftierten Vater alleine in der Wohnung in der Bettinastraße, von wo er am 11. Juni 1942 gewaltsam aus Frankfurt deportiert wurde. Drei Tage zuvor hatte er eine schriftliche Aufforderung vorgefunden, mit der Aufforderung sich für den Abtransport bereit zu halten. Mit dem Massentransport am 11. Juni 1942 wurde er von der Großmarkthalle aus mit 1.200 weiteren jüdischen Bürgern der Stadt in den besetzten Osten verschleppt. Ein erschütterndes letztes Dokument ist sein maschinengeschriebener Abschiedsbrief.

„Meinen Freunden zum Abschied“ ist ein erhaltenes Dokument, in dem er am 9. Juni 1942 auf zwei Seiten seinem persönlichen Umfeld mit großem Optimismus Adieu sagt, bevor er mit nur einem kleinen Koffer ausgestattet Frankfurt verlassen muss.

(Dokumentarfilm. Heiko Arendt. 80 Min.)

Vorfilm: Julius Meyer. November 1938 (Deutschland 2019. R: Heiko Arendt)

Eintritt: 8 / 6 € (2G+ und Maske)
Ticket kaufen: https://www.dff.film/kino/kinoprogramm/aktuelles-kinoprogramm/