Film: Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel

erstellt von unter_bau — zuletzt geändert: 2020-01-14T12:58:32+01:00
Unter_kino n°3: Film & Diskussion mit der Regisseurin und GoG-Aktiven
  • Wann 28.01.2020 von 19:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Pupille Kino, Campus Bockenheim, Mertonstr. 26
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1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“(GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert.

Als Betriebsräte im größten europäischen Produktionswerk von General Motors gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen GM Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen.

Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich im wichtigsten Wilden Streik der deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte. Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften. Ihre Praxis einer unbeirrten Betriebspolitik von unten zeigt, dass Widerstand möglich ist. Auch heute.

Zusammen mit der Regisseurin Johanna Schellhagen und den beiden GoG-Aktiven Wolfgang Schaumberg und Johannes Szafranski wollen wir im Anschluss an den Film darüber diskutieren, was wir aus dem Beispiel der GoG für aktuelle Arbeitskämpfe – auch an der Hochschule – lernen können, wie eine radikale Gewerkschaftsarbeit jenseits der „Sozialpartnerschaft“aussehen kann und warum sie heute mindestens so wichtig ist, wie vor knappen 50 Jahren.

(D 2019, 70 min, DF, DCP)
Eintritt: 3 €