Die Spätverfolgung von Gehilfen der NS-Massenverbrechen

erstellt von Offenes Haus der Kulturen — zuletzt geändert 2024-01-26T13:44:06+01:00
Vortrag und Diskussion mit Thomas Will
  • Wann 15.02.2024 ab 18:30 Uhr (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Café KoZ, Mertonstr. 26-28
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

Der Vortrag befasst sich zunächst mit den Rahmenbedingungen für die Strafverfolgung von NS-Taten durch die alliierte wie auch deutsche Justiz bis in die späten fünfziger Jahre. Mit der Gründung einer gemeinsamen Zentralen Stelle der Länder in Ludwigsburg im Dezember 1958 wurden die Vorermittlungen zu den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen bundesweit gebündelt und systematisiert; gleichzeitig wurde eine zuständigkeitsbedingte Verfolgungslücke geschlossen.

Nach einem Einblick in die Struktur der Zentralen Stelle und ihre Arbeitsweise wird die ältere Rechtsprechung zu Gehilfen in Vernichtungs- und Konzentrationslagern aufgezeigt bis hin zum Urteil gegen John Demjanjuk im Mai 2011 als Ausgangspunkt der heutigen Ermittlungen mit Ausführungen zum Tatbestand des nicht verjährbaren Mordes und zu einigen Mordmerkmalen.

Seither haben weitere Strafprozesse zu Verurteilungen geführt, zuletzt im Dezember 2022 gegen eine ehemalige Sekretärin des Konzentrationslagers Stutthof. Anhand dieser Verurteilungen wird die Entwicklung der Gehilfenrechtsprechung bis heute beschrieben. Es folgen Hinweise zu den derzeit noch bei den Staatsanwaltschaften anhängigen Ermittlungsverfahren und abschließend eine kurze Bilanz der NS-Verfolgung mit Ausblick auf die noch verbleibenden Möglichkeiten.

Organisiert vom AStA der Goethe-Universität in Kooperation mit Begegnen in Bockenheim e.V.

Im Rahmen der Ausstellung »›Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war.‹ Der Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963-1965« vom 15. Dezember 2023 bis 30. April 2024, geöffnet Di-Do, 16-19:30 Uhr, im Studierendenhaus Bockenheim