Kurdische Filme: Mister Link / Kurzfilme / Geschichte von zerstörten Städten

erstellt von Amara (Kurdischer Frauenrat) — zuletzt geändert: 2019-09-23T12:29:05+00:00
Kurdische Filmwoche 10. – 16.10.2019, Filmforum Höchst in Zusammenarbeit mit Amara (Kurdischer Frauenrat)
  • Wann 11.10.2019 ab 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Str.46a
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14.30 Kinderfilm: Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer, Chris Butler, USA 2018. 95 min., ab 6 J.

18.30 Kurzfilme der Studierenden der Filmakademie Rojava, Deng, Dervis, Berx, Mazi, Rojava 2017, 50 min.

12x1, Dokumentarfilm über die Filmkommune Rojava, 2018, 41 min.
Der Dokumentarfilm zeigt, wie die Studierenden der Filmkommune ihre Filme produzieren und ermöglicht so einen Blick hinter die Kulissen der ersten Kunst - Akademie in Rojava.

20.30 Ciroken Bajare weranbuye – Geschichten von zerstörten Städten (kurd. OmeU), Sero Hinde, Filmkommune Rojava, 2017, 77 min.
Die Kurden nennen die Region Rojava oder „Der Westen“. Der Ort an dem die Sonne Kurdistans untergeht: der Norden Syriens. In Rojava befindet sich der Schauplatz des grausamsten Krieges unserer Zeit. Ein mit Blut übergossenes Land, gezeichnet von Massenvergewaltigungen und Massenmorden, verantwortet durch die Terrormiliz Islamischer Staat.
Aus drei zerstörten Städten Rojavas erzählen drei Geschichten vom brutalen Krieg und wie er nicht nur Städte, sondern auch die Menschen zerstört. Sinjar, Kobanî und Jazaa bilden den Hintergrund des Films, der das Ausmaß des Krieges zeigt. Derzeit befinden sich die Städte im Wiederaufbau. Die Bewohner wollen den zukünftigen Generationen ein anderes, ein besseres Rojava bieten.
Die Filmemacher erkunden Parallelen zwischen Fiktion und Realität. Ihre Erzählungen basieren auf den Worten derer, die die Schrecken tatsächlich erlebt haben. GESCHICHTEN VON ZERSTÖRTEN STÄDTEN ist der erste Spielfilm in kurdischer Sprache, der von der Rojava Film Kommune realisiert wurde, die nach der Revolution durch einen Zusammenschluss von Künstlern gegründet wurde.

Zu Gast: Önder Cakar (Regisseur, Filmkommune Rojava)

Aufblende …

Als die nordsyrischen Städte Mambij, Kobané und Raqqa u.a.  durch die kurdischen Einheiten der kurdischen YPG befreit wurden, war einerseits die Erleichterung und Freude über die Befreiung von dem terroristischen Regime des IS groß, andererseits teilten viele die Hoffnung auf eine freie und egalitäre Gesellschaft in den kurdischen Gebieten Nordsyriens, in Rojava, wo der Aufbau einer neuen Gesellschaft und neuer Strukturen unter Einbeziehung aller dort lebenden Bevölkerungsgruppen begann. Vor allem wurde Wert auf die absolute Gleichstellung der Frauen gelegt, die einen großen Anteil im Kampf gegen den IS hatten. Leider ist dieser demokratische Prozess inzwischen wieder bedroht, so dass sich die sozialmedizinische Hilfsorganisation „Medico International“ im Sommer in einem Aufruf an die Öffentlichkeit wandte, um vor einer Aggression gegen das befreite Rojava zu warnen.

In unserer diesjährigen Kurdischen Filmwoche wollen wir den Schwerpunkt auf Rojava legen und dem Frankfurter Publikum Filme der Filmkommune Rojava, präsentieren, die einerseits von der Situation, der Geschichte, der Kultur und dem Leben in diesem Gebiet erzählen und andererseits die entstehende Filmkultur selbst zum Thema haben. In diesem Zusammenhang freuen wir uns, Önder Cakar, Regisseur und Drehbuchautor aus Rojava am 11. und 12. Oktober bei begrüßen zu können. Ergänzend zeigen wir die kurdisch – türkischen Filme BIRYAREKE ZOR – HÄSSLICHES ENTLEIN, HEWNO BÊRENG – Farbloser Traum, den irakisch – kurdischen Film RESEBA – THE DARK WIND und den spanischen Film KOMMANDANTIN ARIAN über eine kurdische Kämpferin gegen den IS in Nordsyrien.

Filme der Filmkommune Rojava

Die Filmkommune Rojava in Kobanê bildet Drehbuchautor*innen und Filmemacher*innen aus. Gegründet 2015, ist ihr Ziel, ein populäres Kino zu schaffen, in dem sich die Menschen aus den verschiedenen Regionen ihre Geschichten einander erzählen. Neben dem kulturellen Austausch liegt ein weiterer Fokus auf der Perspektive der Frauen und der Unterdrückten. Kurdisch, das jahrzehntelang in Syrien verboten war, wird erstmalig zur Kinosprache.Ihr Schwerpunkt liegt auf den Geschichten der Revolution, dem Kampf der Frauen, den Geschichten der Unterdrückung und des Aufbegehrens. Aber auch persönliche Erfahrungen und Konflikte werden erzählt.

Die Filmwoche findet in Zusammenarbeit dem Kurdischen Frauenrat in Frankfurt AMARA statt. Zur Eröffnung wird es am 10. Oktober im Foyer des Filmforums kurdische Musik und ein kurdisches Buffet geben.