Kurdische Filme: Farbloser Traum / The Dark Wind

erstellt von Amara (Kurdischer Frauenrat) — zuletzt geändert: 2019-09-23T12:44:18+00:00
Kurdische Filmwoche 10. – 16.10.2019, Filmforum Höchst in Zusammenarbeit mit Amara (Kurdischer Frauenrat)
  • Wann 14.10.2019 ab 18:30 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Str.46a
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18.30 Hewno Bêreng  - Colorless Dream - Farbloser Traum, (OmU), Mehmet Ali Konar, Türkei 2017, 78 min.
Der Film HEWNO BÊRENG - RENKSIZ RÜYA handelt von der Geschichte eines kleinen Jungen und seiner Begegnung mit dem Gast Mir Ahmed. Mirza ist ein prototypisches Kind der kurdischen Gesellschaft von 1990 bis heute. Umgeben von den dunklen politischen Ereignissen in den Kurdischen Städten der Türkei in den 1990er Jahren, kann Mirza nicht von den verheerenden Ereignissen entkommen. Nach dem Tod seiner Mutter ist Mirza von tiefem Elend betroffen und entwickelt sich zu einem introvertierten Kind, das sich jedoch mit der Ankunft eines besonderen Gastes namens Mir Ahmed verändert.

20.30 Reseba – The Dark Wind (OmU), Hussein Hassan, Irak/ D/ Katar 2016, 89 min.
Reko (33) und Pero (23) sind ein junges jesidisches Liebespaar. Kurz nach ihrer Verlobungsfeier am heiligen Ort Lalesh, greifen Anhänger des Islamischen Staats (IS) ihr Dorf in der kurdischen Sindschar - Region an. Reko ist zum Zeitpunkt des Angriffs nicht im Dorf, sondern arbeitet als Si­cherheitskraft bei einer amerikanischen Ölfirma. Einige der Dorfbewohner können sich in die Berge in Shingal flüchten. Andere schaffen es nicht rechtzeitig zu fliehen. Die IS-Kämpfer trennen die Männer von den Frauen und Kindern und verkaufen die hübschen jungen jesidischen Mädchen auf dem Sklavenmarkt, darunter auch Pero. Während Reko’s und Pero’s Familie Unterschlupf in einem Flüchtlingsla­ger finden, sucht Reko verzweifelt nach Pero. Seine Suche führt ihn bis nach Syrien, wo er seine Verlobte letztendlich mit Hilfe kurdischer Kämpferinnen finden kann. Die junge Frau und ihre Familie können sich in dem Flüchtlingslager im Irakischen Kurdistan wieder vereinen. Doch Pero’s Trauma sitzt tief und sie wird stets von dem Erlebten verfolgt…

Aufblende …

Als die nordsyrischen Städte Mambij, Kobané und Raqqa u.a.  durch die kurdischen Einheiten der kurdischen YPG befreit wurden, war einerseits die Erleichterung und Freude über die Befreiung von dem terroristischen Regime des IS groß, andererseits teilten viele die Hoffnung auf eine freie und egalitäre Gesellschaft in den kurdischen Gebieten Nordsyriens, in Rojava, wo der Aufbau einer neuen Gesellschaft und neuer Strukturen unter Einbeziehung aller dort lebenden Bevölkerungsgruppen begann. Vor allem wurde Wert auf die absolute Gleichstellung der Frauen gelegt, die einen großen Anteil im Kampf gegen den IS hatten. Leider ist dieser demokratische Prozess inzwischen wieder bedroht, so dass sich die sozialmedizinische Hilfsorganisation „Medico International“ im Sommer in einem Aufruf an die Öffentlichkeit wandte, um vor einer Aggression gegen das befreite Rojava zu warnen.

In unserer diesjährigen Kurdischen Filmwoche wollen wir den Schwerpunkt auf Rojava legen und dem Frankfurter Publikum Filme der Filmkommune Rojava, präsentieren, die einerseits von der Situation, der Geschichte, der Kultur und dem Leben in diesem Gebiet erzählen und andererseits die entstehende Filmkultur selbst zum Thema haben. In diesem Zusammenhang freuen wir uns, Önder Cakar, Regisseur und Drehbuchautor aus Rojava am 11. und 12. Oktober bei begrüßen zu können. Ergänzend zeigen wir die kurdisch – türkischen Filme BIRYAREKE ZOR – HÄSSLICHES ENTLEIN, HEWNO BÊRENG – Farbloser Traum, den irakisch – kurdischen Film RESEBA – THE DARK WIND und den spanischen Film KOMMANDANTIN ARIAN über eine kurdische Kämpferin gegen den IS in Nordsyrien.

Filme der Filmkommune Rojava

Die Filmkommune Rojava in Kobanê bildet Drehbuchautor*innen und Filmemacher*innen aus. Gegründet 2015, ist ihr Ziel, ein populäres Kino zu schaffen, in dem sich die Menschen aus den verschiedenen Regionen ihre Geschichten einander erzählen. Neben dem kulturellen Austausch liegt ein weiterer Fokus auf der Perspektive der Frauen und der Unterdrückten. Kurdisch, das jahrzehntelang in Syrien verboten war, wird erstmalig zur Kinosprache.Ihr Schwerpunkt liegt auf den Geschichten der Revolution, dem Kampf der Frauen, den Geschichten der Unterdrückung und des Aufbegehrens. Aber auch persönliche Erfahrungen und Konflikte werden erzählt.

Die Filmwoche findet in Zusammenarbeit dem Kurdischen Frauenrat in Frankfurt AMARA statt. Zur Eröffnung wird es am 10. Oktober im Foyer des Filmforums kurdische Musik und ein kurdisches Buffet geben.