Aktionstag zur Abschaffung der Tierversuche

erstellt von Ärzte gegen Tierversuche Frankfurt — zuletzt geändert: 2021-04-16T14:36:06+02:00
Ärzteverein fordert Ausstiegskonzept aus dem Tierversuch. Die Frankfurter Gruppen "Ärzte gegen Tierversuche", "Animal Liberators" und "Aktiv gegen Speziesismus" veranstalten eine Silent Line mit Infoständen
  • Wann 24.04.2021 von 12:00 bis 17:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Hauptwache
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In diesem Jahr werden die Weichen für die nächsten vier Regierungsjahre gestellt und ein neuer Bundestag gewählt. Ärzte gegen Tierversuche e.V. fordert im Rahmen seiner Bündnis-Kampagne (15 Tierrechts- und Tierschutzorganisationen) „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ von den Parteien ein Ausstiegskonzept aus dem Tierversuch in ihre Wahlprogramme aufzunehmen.

Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche: „Sowohl wissenschaftlich als auch ethisch gesehen ist der Tierversuch ein Auslaufmodell. Die tierversuchsfreie Forschung boomt weltweit, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, einen Ausstiegsplan zu entwickeln und humanbasierte Methoden voranzubringen. Dies muss ein fester und verbindlicher Bestandteil der Parteiprogramme sein!“

ÄgT betont auch die Gefahr, dass Deutschland den Anschluss an die humanbasierte Spitzenforschung verliere, wenn nicht endlich eine Abkehr vom Tierversuch erfolge. Hierzulande werden tierversuchsfreie Verfahren noch immer mit weit weniger als 1% der Forschungsgelder gefördert, während über 99 % in die tierexperimentelle Forschung fließen. Dass andere Länder deutlich fortschrittlicher sind, zeigten z. B. die Niederlande, die bereits 2016 einen Abbauplan vorgelegt haben. Auch Großbritannien, die USA und Norwegen wollen zumindest in Teilbereichen den überfälligen Paradigmenwechsel hin zu zukunftsweisenden tierversuchsfreien Verfahren einleiten.

Auch die Bürger haben dazu schon eine Meinung: Einer aktuellen Umfrage unter EU-Bürgern zufolge sprechen sich rund drei Viertel der Befragten für einen Ausstiegsplan aus dem Tierversuch mit verbindlichen Zielen und Fristen aus (1). 76 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die EU mehr Forschungsgelder in die Entwicklung von tierversuchsfreien Verfahren investieren sollte; ähnliche Zahlen ergab eine weitere repräsentative Umfrage aus 2017 (2).

Die Zukunft ist tierversuchsfrei, davon sind wir überzeugt. Jetzt gilt es durch die Politik die Weichen dafür zu stellen und zu bestimmen, ob Deutschland dabei mit Innovationen ein Global Player oder Schlusslicht wird“, schließt Gericke.

Am 24. April finden Aktionen durch die lokalen Arbeitsgruppen des Ärztevereins statt: in Augsburg, Berlin, Erlangen, Frankfurt/M., Gießen, Gütersloh, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, Krefeld, Köln, Münster und Offenburg.

In Frankfurt findet eine gemeinsame Aktion der drei Gruppen „Animal Liberators Frankfurt – Ortsgruppe von die tierbefreier e.V.“, „Aktiv gegen Speziesismus (AgeSpe)“ und „Ärzte gegen Tierversuche, AG Frankfurt/Rhein-Main“ statt. Von 12 bis 15 Uhr bilden die Teilnehmer*innen, ausgestattet mit OP-Kitteln und OP-Masken, an der Hauptwache eine Silent Line; gegenüber finden sich Infostände der drei Aktionsgruppen. Gegen 13 Uhr wird die Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies eine Rede halten. Auf einem Bildschirm werden Aufklärungsfilme von Ärzte gegen Tierversuche gezeigt (z.B. „Unsinn Tierversuch“ https://www.youtube.com/watch?v=xxFbQfbxXjI&t=199s).

(1) SavantaComRes: Cruelty Free Europe – Animal testing in the EU, 17.07.2020
(2) Forsa: Meinungen zu Tierversuchen in der Medikamentenforschung, 16.-22.03.2017