Warum wir die Grenzöffnung fordern

erstellt von medico international — zuletzt geändert: 2020-03-04T23:51:04+02:00
An der türkisch-griechischen Grenze mehren sich die Berichte von scharfen Schüssen auf schutzsuchende Menschen.

 Es gibt Tote und Verletzte. Auf Lesbos greifen Neonazis Geflüchtete, Journalist*innen und Hilfsorganisationen an. Viele mussten ihre Arbeit einstellen. Und in Hanau wurden vor zwei Wochen neun Menschen getötet – weil sie in der Logik des Rassisten nicht von hier sind.

Die jahrelange migrationsfeindliche Politik der Regierungen ist zu einer Aufforderung an die extreme Rechte geraten, selbst zur Tat zu schreiten. Der politische Diskurs der letzten Jahre ist eine Einladung an Neonazis. Er hat den Boden der rassistischen Morde und Übergriffe bereitet. Der Rassismus einer „Verteidigung Europas gegen Einwanderung“ verbindet die Morde in Hanau mit dem Sterben im Mittelmeer und dem Elend der griechischen Inseln.

Und trotzdem scheint politischer Konsens zu sein: „2015 darf sich nicht wiederholen.“ Aber warum eigentlich nicht? 2015 wurden Menschen auf der Suche nach einem Leben in Sicherheit mit offenen Armen empfangen. Daran könnten wir heute anknüpfen: Teilen statt schießen, Grenzen auf!

Unsere Partnerorganisationen in Syrien und Griechenland machen es vor: In Rojava bauen sie Flüchtlingslager für Familien aus Idlib und heißen die Menschen willkommen. In Idlib versorgt das von medico unterstützte Frauenzentrum ankommende Flüchtlinge, unter den Bomben des Regimes. Und in Griechenland wird die von medico unterstützte Organisation Pro Asyl-Refugee Support Aegean (RSA), die Geflüchtete humanitär und juristisch unterstützt, bedroht und angegriffen.

Während der Friedensnobelpreisträger EU an der Grenze schießen lässt, verteidigen unsere Partner*innen Solidarität und Menschlichkeit. Auf sie kommt es heute an. Unterstützen Sie ihre Arbeit mit einer Spende!

medico newsletter, 4. März 2020

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