Waldbesetzung wird Wald und seine Biodiversität verteidigen

Waldbesetzung wird Wald und seine Biodiversität verteidigen

by Besetzung Fechenheimer Wald veröffentlicht 05.09.2022

Streng geschützte Käferart Großer Eichenbock - oder auch Heldbock - im Fechenheimer Wald entdeckt. Bei den bisherigen Untersuchungen der Biodiversität im Fechenheimer Wald war er nicht aufgeführt worden. Nachdem das erste Exemplar gesichtet worden war, untersuchten die Besetzer*innen weitere Eichen und fanden weitere Heldböcke und deren Schlupflöcher. Diese gilt es nun zu schützen.

Am Baumstamm krabbelt ein Käfer entlang. Er fällt durch besonders lange Fühler auf, sieht besonders aus. Er beginnt kleine Eier in die Rinde zu legen. Lange Zeit werden diese dort verbleiben, bis sich aus Larven Käfer entwickeln. Einige Jahre wird dieser Vorgang dauern. Doch aus den Eiern hier werden möglicherweise nie Käfer werden, denn genau hier soll ein Autobahntunnel entstehen. Teile des Fechenheimer Waldes sollen für den Bau des Tunnels / A66 gerodet werden. Eine Katastrophe für den Wald, die Biodiversität und unsere Zukunft.

Die Waldschützer*innen fordern einen sofortigen Bau- und Rodungsstopp.

Der vom Aussterben bedrohte Käfer steht stellvertretend dafür, dass der Fechenheimer Wald ein sehr besonderes und sehr biodiverses Biotop ist. Auch die 14 nachgewiesenen Fledermausarten stehen dafür. Hinter einem zunächst unscheinbarem Käfer steckt doch viel mehr. Als ein Käferexperte die Waldbesetzung besuchte, konnten alle viel neues lernen. Es ist faszinierend zu erkennen, wie das Zusammenspiel der Natur funktioniert.

Der Politik ist das egal. Autobahnbau ist für Verkehrsminister Wissing und Al-Wazir wichtiger, als unsere Zukunft. Während wir spüren, dass die Sommer immer heißer werden und die Flüsse immer weniger Wasser führen, soll weiterhin an 40 Jahre alten Plänen festgehalten werden, anstatt neue zukunftsfähigere Ideen anzugehen und nachhaltigen Verkehr für alle zu ermöglichen. Die kapitalistische und auf fossilen Energien beruhende Wirtschaft kann nur dazu führen, dass die weltweite Biodiversität zusammenbricht.

Wir können nicht zulassen, dass der wertvolle Wald zerstört wird, anstatt alles daran zu setzen die Klimakrise noch zu stoppen, bevor es wirklich zu spät ist. Wir werden die Bäume, Käfer und alle anderen Tiere gegen die Kettensägen schützen. Eine Umsiedlung des Großen Heldbocks ist nicht möglich, der Fechenheimer Wald muss bleiben.

Pressemitteilung 5.9.2022