Spontandemonstration und Aktionen zum Frauen*kampftag

erstellt von radikalselbstbestimmt — zuletzt geändert: 2019-03-08T10:11:08+00:00
Dokumentation der aktuellen Aktionen von #radikalselbstbestimmt

In der Woche vor dem 8. März fanden in Frankfurt verschiedenste feministische Aktionen unter dem Titel „Radikal selbstbestimmt“ anlässlich des Frauen*kampftags statt. Dabei ging es uns darum aufzuzuzeigen, dass für ein selbstbestimmtes Leben die bestehenden kapitalistischen und patriarchalen Verhältnisse abgeschafft werden müssen. Wir haben öffentlich dazu aufgerufen sich mit Aktionen aller Art zu beteiligen.

Im Diskurs um Schwangerschaftsabbrüche werden immer mehr rückwärtsgewandte Stimmen laut, die Frauen* das Recht auf körperliche Selbstbestimmung absprechen wollen, und das nicht nur aus der extremen Rechten, sondern auch aus der sogenannten bürgerlichen Mitte. In Frankfurt wird dies während der Fastenzeit besonders sichtbar, wenn antifeministische Akteur*innen die Beratungsstelle von Pro Familia belagern. Die Politik lässt sie gewähren und verhindert immer wieder, in Frankfurt insbesondere von Seiten der CDU, die Errichtung von Schutzzonen. Deshalb haben Aktivist*innen in der Nacht auf den 6.3. auf den Wänden der Parteizentrale der CDU Nordend und des Abtreibungsgegners und konservativ christlichen CDU-Politikers Michael zu Löwenstein ihre Forderung nach körperlicher Selbstbetimmung mit Graffitis hinterlassen. Sie schrieben dazu:

"Ein derartiger Angriff auf die körperliche und sexuelle Selbstbestimmung von Frauen kann nicht unkommentiert bleiben – auch nicht unter dem Deckmantel bürgerlicher Politik! Deshalb fordern wir Schutzzonen vor Pro Familia und allen anderen Beratungsstellen, Ärzt_innen und Gesundheitszentren, die Abschaffung von §218 und §219a und das Recht auf körperliche Selbstbestimmung endlich ernst zu nehmen."

Religion als gelebte ideologische Praxis produziert permanent sexistische Gewalt und Unterdrückung. Sie fordert in nahezu jeder Form die Unterwerfung unter ein patriarchales Primat, sei es unter die ethisch-moralische Autorität von Priester*innen oder unter eine Logik in der Frauen* Eigentum sind und lässt selbstbestimmtes Begehren und ein deviantes Leben nicht zu. In der Nacht vom 5. auf den 6. März wurden in Frankfurt am Main zwei Farbanschläge auf die Räumlichkeiten des Katholischen Studentenvereins Frankonia-Straßburg, sowie des Ökumenischen Zentrum Christuskirche verübt, welche exemplarisch für eine antireligiöse Kritik stehen sollen.

In der selben Nacht wurde ein Solidaritäts-Foto aufgenommen, um auf den Kampf der YPJ und der YJA-Star in Nordsyrien/Kurdistan aufmerksam zu machen und sich mit den kurdischen Kämpferinnen zu solidarisieren. Die Aktivist*innen schrieben dazu:

 "Sowohl der Kampf gegen den IS, als auch der Aufbau Basisdemokratischer Strukturen, sowie die Eröffnung des autonomen Frauendorfes Jinwar und die feministische Lehre der Jineologie, ind die Zeugnisse dieses kämpferischen Feminismus, der uns allen ein Hoffnungsschimmer ist.“      

Als Abschluss der Aktionen vor dem 8. März ist am Vorabend eine Spontanddemonstation aus 100 Menschen über den Oederweg durchs Nordend gezogen. Der Demonstationszug war entschlossen und laut und verschiedene Aktionen sind aus der Demo heraus passiert. Lila Hermann findet:

"Die Vorabenddemonstration war ein gebührendes Ende für unsere Aktionswoche und ein kämpferischer Auftakt zum 8. März. Wir haben gezeigt, dass wir unsere Kämpfe (auch) auf der Straße austragen werden und mit einem radikalen Ausdruck unseren Feminismus in die Öffentlichkeit getragen. Wir freuen uns über die ereignisreichen letzten Tage und die gelungenen Aktionen und natürlich auf einen kämpferischen 8. März."

Auf unserem Blog www.noblogs.radikalselbstbestimmt.org und unter #radikalselbstbestimmt wird alles Geschehene, Texte wie Aktionen gesammelt und veröffentlicht.

Pressemitteilung, 8. März 2019