Schluss mit prekären Hiwi-Jobs

erstellt von unter_bau — zuletzt geändert 2024-01-29T21:46:23+01:00
Die Hochschulgewerkschaft unter_bau hat das Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag für Studentische Hilfskräfte und Tutor*innen aufgefordert. Die Forderungen der Gewerkschaft wurden zuvor am Donnerstag, 25. Januar 2024, von einer Vollversammlung der Gewerkschaft beschlossen.

„Die Studentischen Hilfskräfte halten die Universität am Laufen. Ohne sie würde nichts funktionieren – keine Lehre, keine Forschung, keine Verwaltung, keine Bibliotheken. Jetzt muss das Präsidium der Goethe-Uni zeigen, dass ihm die Hilfskräfte etwas wert sind.“ Das sagt Benjamin Rauch, Allgemeiner Sekretär des unter_bau.

Die Forderungen für die Studentischen Beschäftigten lauten:

  • mindestens 18 Euro Stundenlohn (mit Staffelung: 19 Euro nach einem Jahr, 20 Euro nach zwei Jahren),
  • Mindestvertragslaufzeit von 36 Monaten im Regelfall,
  • garantierte Kita-Plätze für Kinder von Studentischen Beschäftigten,
  • 8 Wochen Urlaubsanspruch im Jahr,
  • mindestens 40 Arbeitsstunden pro Monat im Regelfall,
  • 12 Wochen Lohnfortzahlung bei Krankheit,
  • Zuschläge für Arbeit in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen,
  • ein Finanzbudget für die Verbesserung der Barrierefreiheit studentischer Arbeitsplätze sowie Hilfsmittel und Assistenzen für Hilfskräfte mit Behinderung und chronischer Erkrankung.

„Die prekären Arbeitsbedingungen müssen endlich ein Ende haben. Kettenbefristungen, kaum Urlaub, Arbeit am Wochenende – und das alles für kaum mehr als den Mindestlohn. Wir machen das nicht mehr mit“, sagt Aisha Salih, Studentische Hilfskraft am Institut für Humangeographie.

Der Abbau von Barrieren ist dem unter_bau ein besonderes Anliegen. Hilfskraftjobs sind für Studierende oft keine Option, wenn sie Kinder haben, aus armen Familien stammen oder eine Behinderung oder chronische Erkrankung haben. Die Regelungen, die unter_bau fordert, würden es ihnen erleichtern, eine Stelle als Hilfskraft anzunehmen.

An der Goethe-Universität arbeiten mehr als 2.000 Studentische Hilfskräfte. Für sie gilt der Haustarifvertrag der Goethe-Universität (TV-GU) nicht. Sollte die Goethe-Universität nicht auf die Verhandlungsaufforderung eingehen, sprachen die Mitglieder sich auf der Gewerkschaftsversammlung für die Einleitung von Arbeitskampfmaßnahmen aus. Baldige Warnstreiks sind damit möglich.

Pressemitteilung 29.1.2024