Räumung des Dannenröder Waldes

erstellt von Fridays for Future — zuletzt geändert: 2020-11-10T10:39:59+01:00
Seit dem heutigen Dienstag, dem 10.11.2020, werden Klimaaktivistin:nen im hessischen Dannenröder Wald polizeilich geräumt, die gegen die Rodung des gesunden Mischwaldes und den Bau der Autobahn A49 protestieren.

Seit vielen Monaten unterstützt Fridays for Future vor Ort und bundesweit gemeinsam als Teil des breiten Wald-statt-Asphalt Bündnis den Protest.

"Während der Klimakrise Wälder zu roden und zur Corona-Krise tausende Einsatzkräfte zur Räumung in eben diesen Wald zu schicken, ist doppelt widersprüchlich. Der Ausbau der A49 und die damit verbundene Zerstörung dreier Wälder ist ein Paradebeispiel für die
ignorante Herangehensweise an die größte Krise des 21. Jahrhunderts. Weil das Verkehrsministerium weiterhin Milliarden Steuergelder in Autobahnen steckt, fehlt überall Geld für eine gerechte Mobilitätswende!" sagt dazu Lilly Claudi, Fridays for Future Aktivistin.

Der Dannenröder Wald liegt in Nordhessen und bietet einen Lebensraum für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. Der sich in einem Wasserschutzgebiet befindende Wald soll nun zusammen mit dem Herrenwald und Maulbacher Wald für den Ausbau der A49 zwischen Kassel und Gießen gerodet werden. Die Rodung ist bereits seit 40 Jahren im Gespräch und erfährt bis heute starken Widerstand aus der ansässigen Bevölkerung.

Seit Herbst letzten Jahres ist er zudem dauerhaft durch Klimagerechtigkeits-Aktivistin*nen besetzt. Für den Bau der Autobahn sollen über 90 Hektar Wald und über 200 Hektar Felder und Wiesen freigelegt werden. Zuletzt wurde die Rodung auch aufgrund des mangelnden Infektionsschutzes bei den aktuellen Polizeieinsätzen auch im Bundestag und Landtag stark kritisiert.

Die 1,5-Grad-Studie des Wuppertal Instituts zeigt zudem, dass der Bau neuer Autobahnen nicht mit dem demokratisch beschlossenen Pariser Klimaabkommen vereinbar ist.
"Mit den heute startenden Räumungs- und Rodungsarbeiten wurde von der Politik und der Polizei eine rote Linie überschritten. Statt einer sozial gerechten Verkehrswende, welche im Angesicht der drohenden Klimakatastrophe längst überfällig ist, wird hier ein weiterer Planungsdinosaurier mit Gewalt durchgesetzt.

Gemeinsam mit der Besetzung fordern wir
den sofortigen Stopp des Polizeieinsatzes, eine Neubewertung der A49 und des gesamten Bundesverkehrswegeplanes nach 1,5-kompatiblen Maßstäben. Der Widerstand wird weitergehen für den Erhalt aller Wälder!" ergänzt Jaspar Reimann, Fridays for Future Aktivist.

Fridays for Future steht weiterhin solidarisch an der Seite der Aktivisti in den Baumkronen, sowie allen Aktivisti welche durch ihre friedlichen Aktionen den Weiterbau der A49 verhindern. Auch von unserer Seite sind dezentrale Demonstationen und Protestaktionen in vielen weiteren Städten zu erwarten.

Pressemitteilung Fridays for Future, 10.11.2020