Offenbach plant drastische Mittelkürzung beim ÖPNV

erstellt von ver.di Hessen — zuletzt geändert: 2021-07-16T09:52:25+02:00
ver.di: falscher Zeitpunkt, falscher Schritt

Die neue Offenbacher Stadtregierung aus SPD, Grünen und FDP will beim Öffentlichen Personen-Nahverkehr empfindlich sparen. Das hat kürzlich das Stadtparlament beschlossen.

Die Kürzungen des städtischen Zuschusses zum ÖPNV sollen im kommenden Jahr 19 Prozent, 25,5 Prozent im Jahr 2023 und 29 Prozent ab 2024 betragen, also knapp 30 Prozent weniger Geld für den ÖPNV von der Stadt. Als Begründung für diesen Schritt führen die Antragsteller den coronabedingten Fahrgastrückgang und die Tariferhöhungen im Entgelttarifvertag des Landesverbands Hessischer Omnibusunternehmer LHO an, dem Offenbach mit Main Mobil angehört.

Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel meint dazu: „Beide Argumente sind hanebüchen. Die Umsatzrückgänge sind coronabedingt und daher temporär. Der Bund und das Land Hessen gleichen den Umsatzrückgang für 2020 und 2021 aus. Experten gehen davon aus, dass mit zunehmender Impfquote die Fahrgastzahlen wieder auf das normale Niveau steigen werden. Die Tariferhöhung als Argument für eine drastische Mittelkürzung heranzuziehen, ist ein unsäglicher Vorgang.

Da wird den Kollegen in den Busunternehmen vermittelt: Wenn ihr für höhere Löhne kämpft, werden wir Strecken einstellen und Arbeitsplätze abbauen. Dass eine Kommune sich so verhält, ist sehr ärgerlich.“

aus: Newsletter ver.di Hessen, Blickwinkel Juli 04/2021