Neues Objekt gefunden: Hausprojekt aus dem Gallus zieht nach Höchst

Neues Objekt gefunden: Hausprojekt aus dem Gallus zieht nach Höchst

by Freiräume statt Glaspaläste veröffentlicht 25.05.2023

Nach langen Verhandlungen zieht das Hausprojekt in der Günderrodestraße 5 in den kommenden zwei Wochen nach Höchst in eine neue Immobilie um. Der Gestattungsvertrag für das Gebäude im Gallus ist seit dem 13.05. abgelaufen und die FAZ hat eine weitere Verlängerung zur Unterstützung des sozialen Projekts abgelehnt.

Der Fortbestand des Projekts ist nun an anderer Stelle vorerst gesichert und der soziale, solidarische Raum wird in der Stadt Frankfurt erhalten. Gleichzeitig entsteht damit für die Initiativen ein neuer Ort, an dem sie sich organisieren und vernetzen können. Darüber hinaus dient er als Ausgangspunkt, um weiter für Wohnraum für Alle zu kämpfen.  

Das Hausprojekt in der Günderrodestraße 5 im Gallus, das seit Dezember ca. 40 zuvor wohnungs- oder obdachlosen Bewohner*innen  eine Unterkunft geboten hat, zieht um, da das Gebäude dem geplanten Quartier Hellerhöfe weichen muss. 

Die drei im Haus aktiven Initiativen Kollektiv "Freiräume statt Glaspaläste", Project.Shelter und die ada_kantine befanden sich die letzten Wochen in langen und intensiven Verhandlungen mit Silvia Weber, Baudezernentin der Stadt Frankfurt. "Nun konnten wir mit dem neuen Gebäude in Höchst endlich unseren Fortbestand sichern! Für die Bewohner*innen und Aktivist*innen löst sich damit die lange Unsicherheit über den Erhalt des Projektes sowie die akute Räumungsgefahr" erläutert Jule Liebig vom Kollektiv "Freiräume statt Glaspaläste".

„Das Wichtigste für uns ist, dass wir nicht wieder auf der Straße leben und das Projekt weitergehen kann. Es war sehr belastend so lange nicht zu wissen, ob das Hausprojekt weiter bestehen bleibt" ergänzt Guido, einer der Bewohner des Hausprojektes.  

Durch das Angebot der Stadt, in Zusammenarbeit mit der KEG die Immobilie in Höchst nutzbar zu machen, kann das solidarische Wohnprojekt in eine neue Phase übergehen. Der Umzug in die neue Immobilie  muss allerdings in den nächsten zwei Wochen stattfinden. „Wir haben erst nach Vertragsablauf und jetzt zwei Wochen vor Auszug eine neue Immobile zum nahtlosen Umzug angeboten bekommen. Dieser Prozess zeigt, dass die Profitinteressen in der Stadt Frankfurt häufig vor soziale Interessen gestellt werden und die langfristige Erhaltung von solidarischen Projekten erschwert wird" so Aktivistin Alex Schäfer.

„Wir freuen uns trotz der langen Ungewissheit, nun endlich weiter unseren eigenen Raum zu haben, den wir frei gestalten können" erklärt die Bewohnerin Hatice. Durch den Weiterbestand zeigt das Projekt, dass selbst in Städten wie Frankfurt die Schaffung von Wohnraum für Alle möglich ist, auch wenn er immer wieder hart erkämpft werden muss. 

ada_kantine | Freiräume statt Glaspaläste | Project.Shelter

Pressemitteilung 25.5.2023