Gegen IS-Terror und Hasspropaganda Erdoğans auf die Straße gehen

erstellt von Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane e. V. — zuletzt geändert: 2020-11-06T13:41:27+01:00
Rede von Ertuğrul Kürkçü (HDP) Welt-Kobane-Tag am 1. November in Frankfurt.
Noch einen Tag vor dem furchtbaren IS-Anschlag in Wien sagte Ertuğrul Kürkçü, Ehrenvorsitzender der HDP, auf der Frankfurter Kundgebung zum Welt-Kobane-Tag am 1. November:
"Die moralische und politische Schwäche der internationalen Gemeinschaft ist die wichtigste Kraftquelle des Erdogan-Regimes und des IS."
ANF dokumentiert seine Rede leicht gekürzt:
 
Seit Langem warnen kurdische Organisationen und die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien/Rojava vor dem Wiedererstarken des IS, der von den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) unter großen Opfern militärisch besiegt worden war. Die Militärinvasionen der Türkei und ihrer jihadistischer Söldner und die völkerrechtswidrige Besatzung arbeiten dem IS in die Hände.  Erdoğan hetzt gegen Frankreich und trägt zu einem Klima bei, in dem sich IS-Leute in Europa aufgerufen fühlen, terroristische Anschläge zu begehen. Dennoch hat der Terrorpate Erdoğan keine Sanktionen zu befürchten. Die Gründe hierfür sind hinlänglich bekannt.
 
Ertuğrul Kürkçü in seiner Rede vom Sonntag:
"Ich möchte alle europäischen Länder, insbesondere Deutschland, fragen: Werden Sie zu Erdoğans dritter Invasion in Rojava schweigen, indem Sie eine dschihadistische Armee mit Panzern, Granaten und Gewehren ausrüsten? Ist Ihnen nicht klar, dass Erdogan Sie in einen bedrohlichen Deal hineinzieht, indem er das IS-Gemetzel in Frankreich gleichzeitig mit den Invasionsplänen von Kobanê auf die Tagesordnung setzt? Werden Sie Erdogans Handel akzeptieren, um IS-Mörder davon abzuhalten, Menschen in der Mitte Europas zu erwürgen, und dafür eine Eintrittskarte für Kobanê zu erhalten?"
 
In einer Presseerklärung des Europadachverbands KCDK-E heißt es: „Wir haben die Menschen und Staaten in Europa unzählige Male vor Erdoğan und seinen Handlangern gewarnt. Wir haben sie dazu aufgerufen, nicht nachzugeben und Sanktionen zu verhängen. Wir haben immer betont, dass Erdoğan ein Feind der Menschheit ist. Noch bevor die Diskussionen um die grausame Ermordung eines französischen Lehrers abgeschlossen waren, wurden in der Kirche Notre Dame in Nizza zwei Frauen und ein Mann getötet. Das erfüllt uns mit tiefster Trauer. Zuvor schickte Erdoğan seinen Mob in Lyon auf die Straße, um Armenier*innen zu lynchen. Dabei handelt es sich ebenso um einen Terrorakt. Erdoğan ist der Strippenzieher hinter diesen Attacken. Durch die türkischen Konsulate und Einrichtungen werden solche Aktionen geplant und umgesetzt.“
https://civaka-azad.org/kurdische-organisationen-in-europa-stoppt-terrorist-erdogan/
 
Der Europadachverband KCDK-E erklärt: „Wir Menschen aus Kurdistan verstehen die Bevölkerung Österreichs und Frankreichs, weil wir denselben Schmerz erleben. Um den Schmerz zu teilen und gemeinsam zu kämpfen gegen den IS, der zu den islamistischen Banden Erdogans gehört, werden wir am Samstag, dem 7. November, in Wien, Paris und allen anderen Orten, an denen es Gesellschaftszentren des KCDK-E gibt, Gedenkkundgebungen für die Toten abhalten.
 
Angesichts der IS-Anschläge in Frankreich und Österreich und der sehr ernsten Gefahr einer weiteren Invasion der Türkei in Nord- und Ostsyrien/Rojava rufen wir dazu auf, in den kommenden Tagen an Demonstrationen und Kundgebungen kurdischer Organisationen in Europa teilzunehmen.
 
Wir informieren über die Termine, sobald sie bekannt gegeben werden.
 
Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane e. V., 5. November 2020
http://frankfurt-kobane.org/