Bebauung des Schönhof-Viertels

erstellt von DIE LINKE. im Römer — zuletzt geändert: 2019-08-27T08:26:46+00:00
Wenn öffentliche mit börsennotierten Wohnungsunternehmen gemeinsame Geschäfte machen

Westlich des Westbahnhofs sollen im Schönhof-Viertel an der Rödelheimer Landstraße 2.500 Wohnungen entstehen – 2.000 davon baut die landeseigene Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte (NH) gemeinsam mit dem börsennotierten Baukonzern Instone Real Estate. Entstehen sollen Eigentumswohnungen und Mietwohnungen, davon 30 Prozent gefördert.

Eyup Yilmaz, planungs- und wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer kommentiert das Vorhaben: „Es ist ein Skandal, dass öffentliche Wohnungsgesellschaften mit börsennotierten Projektentwicklern zusammen arbeiten, die nur Profitoptimierung und höchste Dividenden anstreben. Gerade die Instone Real Estate zeigt an anderer Stelle, nämlich bei der Grünen Lunge im Nordend, dass ihr eine ökologische Stadtentwicklung nicht am Herzen liegt. Auch soziale Entwicklungen scheinen nicht relevant zu sein, denn die Eigentumswohnungen, die am Schönhof-Viertel entstehen sollen, werden hochpreisig sein. Weitere teure Wohnungen werden den Druck nicht vom Wohnungsmarkt nehmen, sondern im Gegenteil: Die Mietpreise der umliegenden Wohnungen werden dadurch mit steigen.“

Die geförderten Wohnungen baut die NH. Bei einem Fest am Freitag stellten sich der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann und der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in einer ausschließlich männlich besetzten Gesprächsrunde an die Seite der Projektentwickler. Die Planungen zum Schönhof-Viertel wurden einhellig als „sozial verträgliche Mischung“ bezeichnet. Yilmaz kritisiert das: „Es wird mal wieder die Chance vertan, das zu bauen, was die Bewohner*innen der Stadt brauchen, nämlich bezahlbare Wohnungen. Wenn Feldmann und Al-Wazir die Mieten für Erzieher*innen und Pflegekräfte in Frankfurt bezahlbar halten wollen, müssen sie öffentliche Wohnungsbaugesellschaften verpflichten, nur noch geförderte Wohnungen zu bauen!“

Protest gegen die geplante Rodung der Grünen Lunge durch Instone und Sorgen vor Mietsteigerungen am Schönhof wurden am Freitag vom Publikum geäußert, blieben von den Amtsinhabern aber unbeantwortet.

DIE LINKE. Fraktion im Römer, Pressemitteilung, 26. August 2019