AgR RheinMain - Rückblick auf den Jahrestag des rassistischen Anschlags in Hanau

erstellt von Aufstehen gegen Rassismus RheinMain — zuletzt geändert: 2021-02-21T13:22:25+01:00
Nach den Reden unter der Friedensbrücke zog ein Demonstrationszug von ca. 2500 Teilnehmer*innen zur Hauptwache, wo eine zweite Kundgebung diese gelungene Protestveranstaltung abschloss.

Quasi zeitglich zur zentralen offiziellen Gedenkfeier im Congress Park Hanau kamen unter der Frankurter Friedensbrücke viele, vornehmlich sehr junge Menschen zusammen, um gemeinsam und öffentlich der Opfer dieses rassistischen Mordanschlags zu gedenken und an sie zu erinnern. Verschiedene Wortbeiträge wurden vor dem Wandgemälde zu Ehren der Anschlagsopfer vorgetragen und Forderungen an die deutsche Politik und Gesellschaft formuliert.

Denn: Unsere Mitbürger*innen Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin wurden vorsätzlich und gezielt aus dem Leben gerissen, weil ihre Herkunft und ihr Aussehen nicht in die rechtsextreme, menschenverachtende Weltsicht des Täters passte. Die Redner*innen stellten nachdrücklich klar, dass dieser Anschlag nicht als die Tat eines Einzeltäters gesehen werden darf, sondern dass er sich auf dem unguten Humus eines strukturellen, institutionellen und allgegenwärtigen Rassismus entwickeln konnte, den es gesamtgesellschaftlich zu bekämpfen gilt. Die Tatsache, dass ein Jahr nach der Mordnacht staatliche Organe weiterhin keine nennenswerten Ermittlungsergebnisse vorweisen können, ja sogar haarsträubende Ermittlungsfehler offenbaren, bezeugt ihr geringes Interesse an der Aufklärung und Bekämpfung von rassistischen Strukturen. Stattdessen zeigt sich immer klarer, dass sie Teil des Problems sind.

Nach den Reden unter der Friedensbrücke zog ein Demonstrationszug von ca. 2500 Teilnehmer*innen zur Hauptwache, wo eine zweite Kundgebung diese gelungene Protestveranstaltung abschloss. Mehrere Aktive von AgR RheinMain nahmen teil und verteilten unsere Materialen. AgR RheinMain hat den Jahrestag zum Anlass genommen, auf die Straße zu gehen und an die Opfer zu erinnern, aber auch um klar zu sagen: Rassismus hat keinen Platz in unserer Gesellschaft.

Unsere Alternative heißt grenzenlose Solidarität!

aus: Newsletter AgR RheinMain - KW 7/2021